Arbeitsmarkt Werbung

Die Stellenangebotsanalyse des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW weist gute Zahlen für die Werbebranche in 2018 aus. Die meisten Jobangebote stellen die Agenturen mit rund 62 Prozent, ein gutes Viertel der Offerten entfällt auf die werbenden Unternehmen, der Anteil der Medien liegt bei 12 Prozent.

 
 

Die leicht abgeänderte Erhebungssystematik schließt einen direkten Vergleich zu den Vorjahren aus, dennoch zeigen die ZAW-Daten deutliche Entwicklungen auf: Während im 1. Halbjahr 2018 knapp unter 3.000 Stellen ausgeschrieben waren (2.918), nahmen die Jobangebote in der 2. Hälfte mit mehr als 4.000 Fahrt auf (4.138). Der Gesamtwert 2018 betrug 7.056 Stellenangebote. Neben den Agenturen, die 4.343 Stellen im Gesamtjahr ausschrieben, lagen die werbenden Unternehmen mit 1.860 Jobangeboten an zweiter Position vor den Medien mit 853 Stellenofferten.

Recruiting-Tools variieren

Die Recruiting-Tools der drei vom ZAW analysierten Bereiche unterscheiden sich bei der Mitarbeitersuche: Während bei den Agenturen die eigene Website und Social-Media-Kanäle eine große Rolle spielen, setzen werbende Unternehmen beim Recruiting vorwiegend auf Publishersites und Portale, die Medien auf einen Mix aus eigener Web- sowie Publishersites.

 
 

Der Arbeitsmarkt der Werbebranche läuft bereits seit mehreren Jahren gut. Damit dies so bleibt, ist es wichtig, die Attraktivität unserer Branche in Zeiten von Fachkräftemangel immer wieder zu kommunizieren und hochzuhalten. Dazu werden alle verfügbaren Kanäle genutzt.

Manfred Parteina
ZAW-Hauptgeschäftsführer


 
 

Ranking Werbeberufe

Die Top 5 Berufe sind laut ZAW-Stellenanalyse im Bereich Marketing und Werbung, Grafiker und Mediendesigner, Mediaexperten, Account Manager und Art-Direktoren zu finden. Stabil war die Nachfrage zu Anzeigenfachleuten, wohingegen Content-Experten etwas weniger und Werbeproduktionsfachleute oder Praktikanten 2018 deutlich weniger nachgefragt wurden. Während die Agenturen vor allem Account Manager suchten, standen bei den werbenden Unternehmen die Spezialisten aus Marketing und Werbung im Fokus und bei den Medien die Mediaexperten.

Digitale Skills werden bei Werbeberufen meist vorausgesetzt, oft aber auch konkret bei der Suche eingefordert mit der Ausschreibung, beispielsweise für den Art-Direktor Digital. Andere Berufsbilder wie der SEA-Manager sind ohnehin digitale Berufe.

Bei den werbenden Unternehmen suchte vor allem der stationäre Handel Verstärkung, bei den Medien waren es die Publikumszeitschriften und die Zeitungen.

Stellenangebote für Werbeberufe 2018
Stellenanbieter nach Gruppen der Werbewirtschaft 2018
 
Stellenangebote der Werbebranche 2008 bis 2018

Arbeitslosenquote sinkt das fünfte Jahr in Folge

Die Arbeitslosenzahlen im Bereich Werbung und Marketing sind das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Die Bundesagentur für Arbeit weist 21.559 Arbeitslose für Dezember 2018 aus. Verglichen mit 22.296 Personen im Vorjahresmonat ist dies ein deutliches Minus von 3,3 Prozent.

 
 
 
Arbeitslosenzahlen im Bereich Werbung und Marketing sinken kontinuierlich

Zur ZAW-Trendanalyse

Die Trendanalyse des ZAW umfasst die Auswertung von Jobangeboten in ausgewählten Medien, auf ausgewählten Websites und Portalen sowie in sozialen Netzwerken.

GWA Nachwuchsinitiativen

Agenturen stehen in einem zunehmend intensiveren Wettbewerb um Talente, ihre mit Abstand wichtigste Ressource. Dabei haben sie in Sachen ‚Employer Branding’ keinen leichten Stand: Entweder sind die Agenturen als potentielle Arbeitgeber überhaupt nicht bekannt oder aber mit wenig hilfreichen Vorurteilen belegt. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA setzt sich dafür ein, dass Agenturen als attraktive Arbeitgeber stärker in den Fokus von Absolventen und Berufseinsteigern gelangen. Neben kontinuierlicher Pressearbeit und Vorträgen an Hochschulen haben sich dazu einige feste Formate etabliert. Dazu gehört:

GWA Junior Agency

Im Rahmen der GWA Junior Agency erarbeiten Marketing- und Designstudenten verschiedener Hochschulen seit 2002 gemeinsam mit Werbeagenturen jeweils ein Semester lang Kommunikationslösungen und Kampagnen für reale Kunden und Herausforderungen.

Die Agenturen begleiten und coachen den Prozess: Vom Research über die strategische Planung bis hin zur kreativen Umsetzung lernen die Studenten so die verschiedenen Disziplinen und Aufgaben einer Kommunikationsagentur kennen. Höhepunkt ist der GWA Junior Agency Tag. Hier kommen alle Teams an einer gastgebenden Hochschule zusammen und präsentieren einer Jury ihre Ideen und Lösungen in einem 25-minütigen Pitch. Die Jury aus Agenturmanagern, Marketingexperten aus Unternehmen, Professoren und Journalisten bewertet die Präsentationen und vergibt den Junior in Gold, Silber und Bronze. Hier bietet sich eine einmalige Chance für die teilnehmenden Agenturen, Talente bei der Arbeit zu beobachten und für sich zu gewinnen.

Im Sommersemester 2019 bündelt der GWA den erfolgreichen Nachwuchswettbewerb erstmals mit dem Football Agency Cup. Die Junior Agency wird am Vortag des Fußballturniers in Frankfurt/ Main stattfinden. So können die teilnehmenden Studenten direkt nach dem Junior Agency Tag mit über 3.000 Teilnehmern des Football Agency Cups einen ganz besonderen Aspekt des Agenturlebens hautnah erleben.

adday/adnight

Die Karrieremesse adday/adnight findet mittlerweile in allen wichtigen Werbestädten Deutschlands statt. Das Format wurde ursprünglich 1999 von Stuttgarter Agenturen ins Leben gerufen, um Studenten und Absolventen die Möglichkeit zu bieten, sich ausführlich über die Karriereaussichten in der Kommunikationsbranche zu informieren. Der GWA rollte damit 2015 eine Reihe von Informations- und Networkingevents für den Werbenachwuchs deutschlandweit aus. Elemente der Veranstaltung sind Keynotes zur Branche/ Marketingkommunikation, Agenturpräsentationen, Vorstellung der Berufsbilder und Speed Recruiting. Das Veranstaltungsformat findet mittlerweile jedes Jahr variierend an verschiedenen Agenturstandorten statt. Kooperationspartner sind jeweils Hochschulen und die regionale Wirtschaftsförderung.

adday/adnight bietet die ideale Plattform für erfolgreiches Employer Branding und die unmittelbare Ansprache von Talenten. In diesem Jahr wird das Format überarbeitet unter neuem Namen an den Start gehen.

Komm in die Agentur

Die Kampagne „Komm in die Agentur“ wurde 2017 von den Agenturverbänden BVDW, CMF, FAMAB, GWA, GPRA und OMG initiiert. Unter dem Motto „Mach was draus. Komm in die Agentur!“ können sich jeweils im Frühjahr Studierende aller Fachrichtungen an deutschen Universitäten und Hochschulen jeweils für ein achtwöchiges Agentursurfing in verschiedenen Agenturen deutschlandweit an unterschiedlichen Standorten bewerben. Seit dem Start unterstützt ein Großteil der Mitgliedsagenturen aller sechs Verbände die Kampagne.

Die Resonanz der Studierenden auf das Agentursurfing ist sehr positiv: 97 Prozent aller Agentursurfer 2017 würden das ungewöhnliche Praktikum weiterempfehlen. Einige Surfer wurden bereits als Trainee und Werksstudenten eingestellt. 75 Prozent der Surfer ziehen Agenturen als Arbeitgeber in Betracht.

Stand: März 2019

1 Die gesamten Ergebnisse der GWA Human Resources Management Studie 2014 sind abrufbar unter: http://bit.ly/GWA-HRM-Studie-2014 (letzter Zugriff: 17.3.2015).