Deutscher Werberat

Das System der Werbeselbstregulierung bedeutet die Umsetzung der in modernen Gesellschaften auch politisch gewollten Verantwortung der werbenden Unternehmen. Seine Wirksamkeit ist durch hohe Durchsetzungsquoten belegt.

Die Werbewirtschaft ist sich ihrer Verantwortung für ein angemessenes Werbeverhalten sehr bewusst. Aus diesem Grund hat sich die Branche bereits 1972 selbst ein System gegeben, das ordnend in den Werbemarkt eingreift und jedermann die Möglichkeit eröffnet, gegen unangemessene Werbung unbürokratisch vorzugehen. Diese Funktion übernimmt bereits seit 1972 der von den 42 ZAW-Verbänden getragene Deutsche Werberat.

Wie weit darf Werbung gehen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der Selbstkontrolleinrichtung. Die ganze Bandbreite möglicher Kommunikationsinhalte lässt sich nicht in spezielle Regelwerke fassen. Die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats tragen aber als wichtige Leitplanken für die gesamte Werbewirtschaft dazu bei, dass Grenzüberschreitungen vermieden werden. Sie sind zusätzlich zu den gesetzlichen Vorschriften zu beachten.

Die Arbeit des Werberats ist innerhalb der Branche hochakzeptiert. Seine Durchsetzungsquote bei den von Beanstandungen betroffenen Unternehmen beträgt im Schnitt der vergangenen vier Jahrzehnte über 94 Prozent. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn es handelt sich bei den Streitfällen um rechtlich einwandfreie Werbung.

Bilanz 2016 des Deutschen Werberats

Auch im Jahr 2016 gab es umstrittene Werbekampagnen, die zu teils zahlreichen Protesten beim Deutschen Werberat führten. Ungewöhnlich ist dies nicht. Grenzüberschreitungen oder auch den Versuch, besonders zu provozieren, hat es zu jeder Zeit gegeben. Wo genau die Grenze zwischen noch zulässigen Werbeinhalten und nicht hinnehmbaren Herabsetzungen, Beleidigungen oder anderen Zumutungen verläuft, bedarf stets in jedem Einzelfall einer sorgfältigen Prüfung.

Das nicht selten gezeichnete Bild von der verantwortungslos werbenden Wirtschaft stimmt mit der Realität nicht überein, wie die Bilanz des Jahres 2016 erneut zeigt: Grenzüberschreitungen bleiben die Ausnahme.

Es gibt über drei Millionen werbende Unternehmen in Deutschland. Für die übergroße Mehrheit von ihnen gilt: Sie halten nicht nur die rechtlichen Vorgaben ein, sondern beachten zusätzlich die Kodizes des Deutschen Werberats.

Dies gilt für große und kleine Unternehmen – sie respektieren die von der Wirtschaft selbst gesetzten Grenzen oder stoppen ihre Werbung, wenn der Werberat sie beanstandet hat. Nach wie vor müssen deshalb nur vereinzelt Öffentliche Rügen ausgesprochen werden.

Seine Jahresbilanz 2016 mit allen Zahlen rund um die Beschwerdestatistik hat der Deutsche Werberat am 16. März 2017 veröffentlicht.

Stand: März 2017

 

Deutscher Werberat

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1 Drucksache DS/1013-91/IV vom 26.2.2014.
2 Auszug aus der Begründung des Antrags: „Deswegen fordern wir, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es verunmöglichen, dass sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung überhaupt veröffentlicht wird.“   Drucksache DS/1013/IV vom 21.1.2014.
3 Die Verhaltensregeln des Werberats sind abrufbar unter www.werberat.de/verhaltensregeln.
4 Ausführlich zur Werberats-Bilanz 2013: Jahrbuch Deutscher Werberat 2014, Verlag edition ZAW.