Standpunkte

 

Zur Nachwuchskampagne der Agenturenverbände

Von nichts hängen die Chancen der Zukunft mehr ab als vom Nachwuchs. Vor allem vom passenden. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die Agenturen in ihrer großen Vielfalt, die den Wettbewerb der Branchen um die besten Talente praktisch jeden Tag spüren. Entsprechend stark und seit langem engagieren sich hierbei die Agenturenverbände. Im Mai 2017 starteten sechs von ihnen die erste gemeinsame Employer-Branding-Kampagne „Mach was draus - Komm in die Agentur“: die ZAW-Mitglieder BVDW, GWA und OMG sowie CMF, FAMAB und GPRA. In ihren Standpunkten ziehen OMG-Geschäftsführer Klaus-Peter Schulz und GPRA-Chairman Uwe Kohrs eine Halbjahresbilanz und geben einen Ausblick auf die nächsten Schritte.


Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer und Vorstandssprecher OMG 
Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer und Vorstandssprecher OMG
Uwe Kohrs, Chairman GPRA 
Uwe Kohrs, Chairman GPRA

Die Agenturen machen was draus

Eine Employer Branding Kampagne, bei der alle Agenturverbände der Kommunikationswirtschaft zusammenarbeiten – kann so etwas wirklich erfolgreich funktionieren? Manch einer in der Branche hatte so seine Zweifel an der erstmaligen Zusammenarbeit von BVDW, CMF, FAMAB, GPRA, GWA und OMG, die im Mai an den Start ging. Jetzt haben die Verbände bilanziert und die Entscheidung über eine Fortführung der Kampagne getroffen.

Grundlage hierfür waren die Leistungswerte der eigenen „Mach was draus“-Plattformen und die Befragung von Agentursurfern und Agenturen, die aktiv an der Kampagne mitgewirkt haben. Die Resonanz ist durchweg positiv ausgefallen und zeigt, dass die Kampagne in der Zielgruppe Studenten eine hohe Aufmerksamkeit erfahren hat. Hier hat es sich positiv ausgewirkt, dass alle Verbände bei der Kampagnenentwicklung dem Entwicklungsteam freie Hand gelassen haben und eine junge Gestaltungslinie mit entscheidender strategischer Umsetzung entstanden ist. Auch die aktive Unterstützung bei den Mitgliedsagenturen war groß. So haben 59 Agenturteams an 30 Hochschulen vor Ort Aktionen durchgeführt und für die Kampagne geworben. Kampagnenpartner Facebook sorgte mit einer Reichweite von 3,7 Mio. für relevante digitale Aufmerksamkeit und der #kommindieagentur avancierte in der Startwoche zum Trendthema bei Twitter. Als zentraler Content Hub fungierte die Kampagnen-Website „komm-in-die-agentur.de“, die 250.000 Seitenaufrufe zählte. Das Kampagnenvideo wurde 13.000-mal aufgerufen und viele Studenten haben die Möglichkeit genutzt, sich auf der Website über die vielfältigen Jobs in Kommunikationsagenturen zu informieren.

 

Aber auch das Agentursurfing, bei dem Studenten die Chance hatten, sechs Agenturen aus unterschiedlichen Disziplinen für jeweils zwei Wochen live zu erleben, hat trotz kurzer Auswahlzeiten eine positive Resonanz erfahren. 100 Agenturen haben Praktika angeboten und am Ende der Auswahl waren es mehr Studenten als erwartet, die beim Surfing dabei waren. Hinzu kam natürlich eine umfassende Einbindung in die Berichterstattung der Branchen- und Studentenmedien zur Kampagne. Die Bewertung der Studenten hat schließlich alle Offiziellen überrascht. 97 Prozent der Praktikanten würden das Agentursurfing empfehlen, knapp 50 Prozent sagen, dass sich ihr Bild von Agenturen verbessert hat und 77,3 Prozent können sich vorstellen, später einmal in einer Agentur zu arbeiten.

Das sind Ergebnisse, die die Erwartungen der Kampagnenmacher übertroffen haben und die verdeutlichen, dass die gemeinsame Kampagne der richtige Schritt zu einer wirkungsvollen Profilierung von Agenturen bei potenziellen Nachwuchstalenten ist. Denn neben der Wirkung an den Hochschulen, ist die Binnenwirkung der Kampagne ebenfalls sehr umfassend und überzeugend. Zum Starttermin im Mai sind annähernd 1.000 Agenturwebsites weiß geblieben und haben die Kampagne so symbolisch unterstützt. Aber auch aktiv haben sich viele Agenturen in die Kampagne eingebracht. Dabei war 2017 vor allen Dingen vorgesehen, die Entwicklung und den Start der gemeinsamen Kampagne erstmal hinzubekommen und alle Aktivitäten zu testen. Das ist dem Kampagnenteam eindrucksvoll gelungen und die bislang gemachten Erfahrungen bilden eine gute Grundlage für die Fortsetzung der Kampagne in 2018. Die Verbände haben dies in großer Einigkeit genauso bewertet und die Weiterführung beschlossen und die notwendigen Budgetmittel zugesagt. Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange, um 2018 mit deutlich entspannteren Vorlaufzeiten die Kampagne in der entwickelten Form weiterzuführen.

„Mach was draus. Komm in die Agentur!“ hat sich als echter Erfolg gezeigt und beweist die Richtigkeit der Verbandskooperation in einem für alle zentralen Thema. Wir sind überzeugt, dass die gemeinsame Kampagne auch 2018 erfolgreich wird und wir unsere Mitgliedsagenturen noch intensiver einbinden können. Der Bedarf an gutem Nachwuchs wird schließlich auch in den kommenden Jahren weiter steigen, soviel ist sicher. Jede Disziplin hat das in der Vergangenheit immer innerhalb der eigenen Grenzen zu lösen versucht – mit überschaubarem Erfolg. Jetzt tun es die Verbände gemeinsam mit einer Kampagne, die schon bei der Zwischenbilanz überzeugt, mit echten Perspektiven für 2018 und dem Selbstverständnis – wir, die Agenturen, machen was draus und werben selbstbewusst für die vielfältigen Berufsbilder, die wir talentierten jungen Leute bieten können.

Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer und Vorstandssprecher OMG

Uwe Kohrs, Chairman GPRA

Neue Standpunkte auf zaw.de am 24.11.2017.