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Anke Schäferkordt fordert zukunftstauglichen Datenschutz

Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, mahnt zukunftstaugliche Datenschutzregelungen vor allem mit Blick auf die geplante E-Privacy-Verordnung an.

Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland 
Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland

Forderung nach zukunftstauglichem Datenschutz

Das Thema Daten ist in der Politik als Wettbewerbs- und Zukunftsthema erkannt. Leider reißt in der politischen Diskussion aber der Faden, sobald es um Daten geht, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Medienangeboten entstehen - selbst wenn sie nicht personenbezogen sind, sondern nur eine Zuordnung zu allgemeinen Kriterien oder Zielgruppen ermöglichen. Sobald Daten und Medien in einer Schnittmenge sind, kommt der Verbraucherschutz ins Spiel. Und dann ist es vorbei mit Business Intelligence und Smart Data. Aus diesem Grund ist es unabdingbar für unsere Branche zukunftstaugliche Datenschutzregelungen zu finden, die das Vertrauen des Nutzers wahren und gleichzeitig die digitale Entwicklung ermöglichen.

Das Gefälle der verfügbaren Daten ist zwischen den internationalen Datengiganten und uns heute schon riesig. Trotzdem schwingt die jetzt auf EU-Ebene angedachte E-Privacy-Verordnung die ganz große Keule des Verbraucherschutzes und setzt so strikte Einwilligungsvorbehalte, dass der Anschluss an die internationalen Wettbewerber nicht nur verhindert würde, sondern das digitale Werbegeschäft zusammenbrechen würde. Die amerikanischen Datenplattformen sind gegenüber europäischen Medien-Anbietern klar im Vorteil, weil sie eine Einwilligung des Nutzers schon bei der Registrierung einholen und zur Voraussetzung für die Nutzung ihrer Dienste machen.

Ich muss es so deutlich formulieren: Politische Fensterreden zu europäischen Champions im EU-Binnenmarkt helfen uns jetzt nicht mehr weiter. Diese werden zwar als Leitbild proklamiert, die konkreten Vorschläge öffnen dann aber die Überholspur der Datenautobahn einzig und allein den großen amerikanischen Internetkonzernen. Bund und Länder müssen sich daher in den kommenden Wochen verstärkt in die europäische Entscheidungsfindung einbringen und diesen Kurs korrigieren.  

  Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland