Standpunkte

 

Zum Bundestagswahlkampf 2017: Warum es sich für die Politik lohnt, sich für die Belange der Werbewirtschaft einzusetzen

In den Debatten des Bundestagswahlkampfs 2017 standen nicht alle wichtigen Zukunftsfragen im Mittelpunkt. Das gilt leider auch für Richtung, Rahmen und Ressourcen der Digitalisierung in Deutschland und andere Themen, die für die Branchen der Werbewirtschaft von elementarer, wenn nicht existenzieller Bedeutung sind. Das gelegentliche politische Lob in Sonntags- und Wahlreden für werbende Unternehmen, Agenturen, Handel, Marktforschung, Werbeberufe und gerade auch für die Mediengattungen ehrt, ist aber zu wenig. Auf das sachgerechte Handeln der Politik kommt es an! Zum Beispiel bei der zukunftssicheren, ausgewogenen Regulierung des Datenschutzes. Auch in der Werbewirtschaft gilt: Vor der Wahl ist nach der Wahl. Aus diesem Grund und mit Blick auf die nächste Regierungskoalition erinnert Dr. Harald Flemming, Geschäftsführer des VPRT, in seinen Standpunkten daran, warum es sich für die Politik lohnt, sich für die Belange der Werbewirtschaft einzusetzen.


Dr. Harald Flemming, Geschäftsführer VPRT 
Dr. Harald Flemming, Geschäftsführer VPRT

Audiovisuelle Medienwirtschaft einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland

Die audiovisuelle Medienwirtschaft zählt zu den größten Sektoren der deutschen Volkswirtschaft – sie steht in Deutschland für eine Bruttowertschöpfung von 66,9 Milliarden Euro und insgesamt rund 829.000 Beschäftigte. Damit generiert die Branche einen Anteil von 2,45 Prozent an der Bruttowertschöpfung und 1,93 Prozent an der Gesamtbeschäftigung in Deutschland. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland“, die im Auftrag des Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) von IW Consult, Köln, und economica, Wien, erhoben und in diesem Sommer vom VPRT dem EU-Kommissar für Haushalt und Personal Günther H. Oettinger überreicht wurde.

Der EU-Kommissar betonte, dass die Audio- und audiovisuellen Medien einer der fünf größten Sektoren in Deutschland seien. Der Bereich bleibt ein Wachstumsmarkt – deshalb müssten Deutschland und Europa ihre audiovisuelle und digitale Souveränität behaupten, so die Schlussfolgerung und der Appell von Oettinger.

Eine besondere ökonomische Bedeutung attestieren die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute der Werbung in Audio- und audiovisuellen Medien: Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Innovationskraft von Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und das Funktionieren der Marktwirtschaft insgesamt. Damit werden auch die Ergebnisse der von ZAW und GWA in Auftrag gegebenen Studie „Die ökonomische Bedeutung der Werbung“ von DIW Econ bestätigt: Werbung fördert Innovationen, Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

Beide Studien zeigen, dass es sich für die Wirtschafts- und Spitzenpolitik lohnt, sich für die Belange der Werbewirtschaft einzusetzen. Wir setzen darauf, dass hier noch mehr als bisher unternommen wird, um Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich auch der audiovisuelle Sektor unter gleichen und fairen Bedingungen dem internationalen Wettbewerb stellen kann. Sie zu gestalten, heißt auch, ein Stück Zukunft für die deutsche Volkswirtschaft, ihre Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.

Dr. Harald Flemming, Geschäftsführer Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

Neue Standpunkte auf zaw.de am 29.09.2017.