DVTM Deutscher Verband für Telekommunikation und Medien e.V.

Der DVTM vertritt die Interessen von Unternehmen entlang der konvergenten Wertschöpfungskette Telekommunikation, Medien, Energie und „Bettertainment“. *

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien ist zentrale Schnittstelle und ein unverzichtbarer Experte für Zukunftsthemen im Bereich Konvergenz. Ziel des Verbandes ist es, im Einklang mit Verbrauchern, Politik und Wirtschaft einen zukunfts- und wettbewerbsorientierten Markt zu schaffen. Aktuell fördern wir im Rahmen von disruptiven Veränderungen überwiegend Projekte für mehr Transparenz und Kommunikation bezogen auf die aktuellen rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen. Spätestens die Corona Krise hat eindrucksvoll belegt, wie wichtig eine effiziente und ­nutzerorientierte Digitalisierung sowohl im Bereich von Smart City als insbesondere in der Aus-, Fort- und Weiterbildung in einem digitalen Zeitalter ist. Insbesondere hat diese Pandemie schonungslos bei all diesen Angeboten die Defizite der zeitnahen Realisierung einer effizienten und flächendeckenden Digitalisierung offengelegt und gezeigt, dass in einem Konvergenz-Zeitalter der Föderalismus hier zum Teil an seine Grenzen stößt. Durch die neuen Trends on Demand, Agilität und eine immer stärkere Digitalisierung gewinnen viele Angebote unserer Mitglieder an Wichtigkeit und werden über ausgewählte Kanäle adressiert. Neben den klassischen Kanälen Print und TV wird auch mit Hilfe von KI zunehmend auf individualisierte kundenspezifische Online-Angebote für kommerzielle Kommunikation gesetzt.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Gerade in Zeiten zunehmender digitaler Angebote besteht hier das Erfordernis der Regulierung auf dem deutschen Markt. Der DVTM hat sich schon immer für Jugend- und Verbraucherschutz eingesetzt und sieht diese Herausforderung in der gesamten Telekommunikations- und Medienbranche insbesondere auch vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und Anonymisierung. Hier erwarten wir von der neuen Bundesregierung mehr Flexibilität und schnelle Entscheidungswege, damit neue Technologien und Online-Angebote zielgerichtet und kundenorientiert eingesetzt werden können. Zu Bedenken ist, dass digitale Angebote global genutzt werden und Verbote und Regelungen daher grenzübergreifend EU-weit oder global betrachtet werden müssen. Daher sorgen auch hier mehr Transparenz, die Kenntnis der konkreten Angebote und der aktuellen internationalen Marktentwicklungen für bessere Entscheidungen und Beschlüsse, die idealerweise mehr Gebote statt Verbote zur Folge haben. Eine Verbotspolitik hat noch immer zu einem konträren Verhalten geführt. Wenn Kunden einmal aus Deutschland abwandern, weil die Angebote nicht mehr attraktiv sind, entstehen nachhaltige Schädigungen durch ­fehlende ­Angebote und Einnahmen. Ein erfolgreiches Beispiel für eine effiziente Gebotspolitik ist die Medienregulierung im Bettertainment-Bereich in Schleswig-Holstein. Daher setzt sich unser Verband auch weiterhin themenübergreifend für einen fairen Wettbewerb netzbasierter Dienstleister und Anwender in regulierten, konvergenten Zukunftsmärkten im europäischen Binnenmarkt ein. Wir suchen nach nachhaltigen Lösungen, um mit disruptiven Ansätzen langfristig den Erfolg für unsere Mitglieder und deren Kunden zu sichern.

*Bettertainment umfasst insbesondere: Sportwetten, Poker/Casino, Lottovermittlung und E-Sport. Der Begriff steht auch für eine „Konvergenz-Strategie“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel eines volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen.

Stand: Februar 2021

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