Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e.V. | Sektion Werbung

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Die Produzentenallianz – Sektion Werbung ist die maßgebliche Interessenvertretung der kreativen Werbefilm- und Postproduzenten in Deutschland.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
In der Corona-Krise waren auch unsere Mitglieder einer noch nie dagewesenen dynamischen und schwierigen Situation ausgesetzt. Die Sektion Werbung hat im Schulterschluss mit dem ZAW, und insbesondere dem GWA, schnellstmöglich reagiert und in einer gemeinsamen Erklärung zum Produktions-Stopp aufgerufen. Da die Pandemie-Gefährdungen noch nicht absehbar waren und wir unserer Fürsorgepflicht gegenüber allen Mitarbeitenden und Auftraggeber*innen gerecht werden wollten, musste diese kurze Zäsur geschaffen werden.
Diese Pause sollte genutzt werden, um zu helfen das Infektionsgeschehen einzudämmen. Gleichzeitig sollte in dieser Zeit mehr Wissen zum Virus gesammelt werden, um für einen Neustart bei den Produktionen sichere und verantwortungsvolle Rahmenbedingungen bieten zu können. Die Produzentenallianz hat dafür unter anderem in Zusammenarbeit mit der zuständigen Berufsgenossenschaft BG-ETEM umgehend Arbeitsschutzregularien und einen „Code-of-Conduct“ entwickelt. Dadurch wurden Hygienekonzepte, Hygieneschleusen an Sets und Corona-Testszenarien umfassende Grundlagen von Dreharbeiten. Dieser „Code-of-Conduct“ hat in der Branche eine schnelle Verbreitung und große Akzeptanz gefunden und wurde eine wichtige Hilfestellung für die Produktionsrahmenbedingungen. Seither werden laufend die Covid-19-Arbeitsschutzbedingungen und der damit verbundene „Code-of-Conduct“ in ­Abstimmung mit der BG-ETEM ­modifiziert und den aktuellen Erkenntnissen angepasst.
Während des Lockdowns im Frühjahr gingen große Produktionsvolumina dauerhaft dem Markt verloren. Zahlreiche Produktionen wurden storniert bzw. langfristig verschoben. Nach dem Lockdown konnten Produktionen erst nur in sehr kleinem ­Rahmen stattfinden. Nach und nach wurden die Dreharbeiten auch wieder in größerem Umfang umgesetzt. Großprojekte mit vielen Darstellern vor der Kamera, internationale Produktionen und Dreharbeiten im Ausland waren auch nach dem Lockdown in der Regel nicht möglich. Die Dreharbeiten fanden vor allem in Deutschland statt.
Der Markt hat sich auf einem deutlich niedrigeren Umsatzniveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabilisiert. In 2021 erwartet die Sektion Werbung ein moderat ansteigendes Produktionsgeschehen, vorausgesetzt, dass keine weiteren Infektionswellen eintreten und das Impfgeschehen gut voranschreitet. Von einer Normalisierung des Marktgeschehens kann in 2021 noch keine Rede sein. Die Situation ist nach wie vor gekennzeichnet von großer Ungewissheit. Eine verlässliche Planung ist momentan nicht möglich.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Die Sektion Werbung unterstützt alle Ansätze, die der Kommunikationsbranche wichtige Impulse nach diesem schwierigen Pandemie-Jahr verleihen könnten. Dazu gehören eine wünschenswerte Liberalisierung von Werbebeschränkungen und ein sinnvoll reduzierter Anspruch an den Datenschutz. Im Mittelpunkt aller Betrachtungen muss der selbstbewusste, mündige und eigenverantwortlich handelnde Konsument stehen.
Weitere auf die Konsumenten wirkende Werberestriktionen sind ­abzulehnen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss dauerhaft für die Werbung zugänglich sein. Alle Bevölkerungsschichten können so mit Produktinformationen verlässlich erreicht werden.

Stand: Februar 2021

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