Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V.

Im ADC sind die führenden Köpfe der Kreativwirtschaft Mitglieder. Ihr Ziel: Kreative Exzellenz im deutschsprachigen Raum sichtbar machen und fördern.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit verbundenen Einschränkungen auf die Kreativwirtschaft stellen sich sehr differenziert dar: Solo-Selbstständige sind besonders betroffen, ­Agenturen und Unternehmen unterschiedlich stark. Der Bereich Kommunikation im Raum (Event, Messe, Ausstellungsbau etc.) ist am stärksten betroffen, da es hier seit Frühjahr 2020 faktisch ein ­Berufsverbot gibt. Für Digitalagenturen stellt sich die Lage etwas besser dar, jedoch wird hart um die Preise verhandelt. Agenturen, spezialisiert auf die Themen Brand und Corporate Communication, haben bisher nicht wieder den Stand von 2019 erreicht. Im Bereich Design ist die Auftragslage abhängig vom Schwerpunkt.
Die Tendenz des letzten Jahres wird sich vermutlich auch 2021 fortsetzen. In vielen Branchen herrscht weiter Zurückhaltung, erste Insolvenzen von Unternehmen werden auch die Kreativwirtschaft – direkt oder indirekt – betreffen, die Auswirkungen auf das Konsumklima sind nur bedingt absehbar, aber entscheidend für die Höhe der Werbebudgets.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Der ADC ist kein Verband, sondern ein Personenclub. Damit vertritt er Personen, deren Meinungen, Erwartungen und Forderungen an die Politik sehr unterschiedlich sind.
Drei Punkte können an dieser Stelle stellvertretend für die rund 750 Mitglieder des Kreativclubs genannt werden:
1. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Kreativ- und Kommunikationsbranche müssen stärker auf die Bedürfnisse der Betroffenen fokussiert und schneller zugänglich gemacht werden. Dabei muss die Politik berücksichtigen, dass die Branche aufgrund der Diversität keinen Spitzenverband hat.
2. Die Politik sollte Foren und Rahmenbedingungen schaffen, um den Dialog zwischen der Kreativwirtschaft und der Industrie zu ermöglichen bzw. zu stärken. Gemeinsame Herausforderungen brauchen gemeinsame Lösungen.
3. Die in vielen Studien nachgewiesene Relevanz von Kreativität zur Lösung aktueller und künftiger Herausforderungen muss erkannt und genutzt werden. Kreativität schafft Lösungen über die kommerzielle Kommunikation hinaus: für Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.
Der ADC glaubt, dass Kreativität der Schlüssel für den Neustart nach der Krise ist. Kreativität ist die Voraussetzung für Wandel, für neues Denken, für jede Form von Innovation. Die Mitglieder des Kreativclubs wollen ihre Expertise, ihre Erfahrungen und ihre Ideen einbringen. Um dies tun zu können, möchten sie verstärkt gehört werden.

Stand: Februar 2021

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