Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)

Der BDSI vertritt als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband die Interessen der überwiegend mittelständischen Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Geschäftslage der mittelständisch geprägten deutschen Süßwarenindustrie hat sich gegenüber der Vor-Coronavirus-Zeit verschlechtert. 65 Prozent der Unternehmen beurteilten die Geschäftslage zu Jahresbeginn 2021 schlechter als vor einem Jahr. Zwar stieg der Süßwarenabsatz im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel, doch können diese Zuwächse die Einbrüche im Export und in wichtigen Vertriebskanälen wie dem Süßwarenfachhandel, Travel Retail oder Volksfesten nicht ausgleichen. Zudem stellen die in der andauernden Coronavirus-Krise erheblich gestiegenen Kosten in den Unternehmen und Unsicherheiten im wichtigen Exportgeschäft die Hersteller vor enorme Herausforderungen. Erstmalig seit Jahren entwickelte sich die Anzahl der Beschäftigten negativ und sank um 1,6 Prozent. Die Süßwarenindustrie wird auch im Jahr 2021 eine Vielzahl von Produktneuheiten auf den Markt bringen. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie haben es Innovationen jedoch schwer. Messen und Kundenbesuche zum Vorstellen neuer Produktideen fallen weg. Zudem reduzieren die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Einkaufszeit und greifen eher zum „Klassiker“ als zu einem unbekannten, neuen Produkt. Die Unternehmen des BDSI und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten enorm hart und haben keine Kosten für Personal und Arbeitssicherheit gescheut, um dieser Krise so gut wie möglich zu trotzen. Deshalb blicken sie mit großer Sorge auf weitere gesetzgeberische Maßnahmen, welche die mittelständische Ernährungswirtschaft zu belasten drohen. In der aktuellen Situation können die Unternehmen keine weitere zusätzliche Belastung mehr stemmen.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Mit großer Sorge sieht der BDSI die Tendenz der Politik, in die Freiheit und Souveränität von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie von Unternehmen einzugreifen. Was im Rahmen der Pandemie an Einschränkungen von Rechten teils zwingend notwendig ist, darf nicht zur Blaupause und zum Standard in anderen Bereichen werden. So darf weder ungerechtfertigt die kommerzielle Kommunikation über Lebensmittel oder bestimmte Lebensmittelgruppen wie Süßwaren eingeschränkt werden, noch dürfen staatliche Eingriffe in die Rezepturen der Unternehmen vorgenommen werden. Zudem sollten die Unternehmen nicht mit überbordenden Forderungen und Auflagen überzogen werden wie dies z.B. im Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik und Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz zur nachhaltigeren Ernährung oder von Pressure Groups vorgeschlagen wird. Gerade in einer Phase der starken wirtschaftlichen Belastung durch die Pandemie brauchen die ­Unternehmen Luft zum Atmen. Neue verpflichtende, gar rein nationale Kennzeichnungsvorgaben wie eine Art Nutri-Score zu den Bereichen Klima, Arbeitsbedingungen oder Tierhaltung sind kontraproduktiv.
Der BDSI erwartet von der neuen Bundesregierung, die Souveränität der Verbraucher und die Freiheit der Unternehmen nicht unangemessen einzuschränken und zudem nur solche Maßnahmen zu verfolgen, die wissenschaftlich basiert und verhältnismäßig sind. Sie sollte die Rahmenbedingungen für ein ausgewogenes Marktgeschehen, das Verbraucher- und Unternehmensinteressen gleichermaßen berücksichtigt und schützt, beibehalten bzw. wiederherstellen.

Stand: Februar 2021

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