Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse e.V. (BVTE)

Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse vertritt und fördert produktübergreifend die Interessen der gesamten Wertschöpfungskette der Branche für das Rauchen, Dampfen sowie oralen Tabak- und Nikotingenuss.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Der Markt für Tabakwaren und neuartige Erzeugnisse war 2020 trotz der Corona-Krise im Großen und Ganzen stabil. Allerdings kam es auf Handelsebene aufgrund der Schließung von Fachgeschäften in vielen Bundesländern während der Lockdown-Phasen zu erheblichen Belastungen. Mit der Auflage eines Branchenhilfsfonds konnten jedoch zahlreiche Tabakwarenfacheinzelhändler bereits ab Frühjahr 2020 unbürokratisch unterstützt werden. Zugleich war die Versorgung der Konsumenten mit Tabakwaren und E-Zigaretten zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Auch die kommerzielle Kommunikation für Tabakprodukte und neuartige Erzeugnisse wurde durch die Corona-Krise nicht maßgeblich beeinträchtigt. Einen tiefgreifenden Einschnitt bedeutet hingegen die Entscheidung der Regierungskoalition vom Juni 2020, Tabakwerbung genauso wie Werbung für potenziell weniger schädliche Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer weitestgehend zu untersagen. Mittelbar von dieser Verbotspolitik sind z.B. Kinobetreiber sowie Städte und Kommunen betroffen, die 2020/21 bereits in besonderem Maße zu den Leidtragenden der Corona-Maßnahmen zählen. Das Verbot der Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte führt hier zu einem zusätzlichen Verlust aktuell dringend benötigter Einnahmen.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Weitreichende Beschränkungen der Vermarktungsmöglichkeiten und fehlende Verbraucherinformation – das sind die Folgen der im Jahr 2020 verabschiedeten neuen Werberestriktionen für konventionelle Tabakprodukte und neuartige Erzeugnisse wie elektronische Zigaretten und Tabakerhitzer. Das de facto umfassende Verbot der kommerziellen Kommunikation für an Erwachsene frei handelbare Produkte stellt eine gravierende Zäsur in der deutschen Werbepolitik dar.
Die Prinzipien der freien Marktwirtschaft müssen in der kommenden Legislaturperiode wieder stärker als Richtschnur für die Politik der nächsten Bundesregierung fungieren. Die jüngsten Verbotsregelungen müssen einer kritischen Überprüfung unterzogen werden. Nicht nur Innovation und Wettbewerb, auch das Leitbild des mündigen Verbrauchers bedarf einer stärkeren Unterstützung seitens der zukünftigen Regierungsverantwortlichen.
Im sich dynamisch entwickelnden Markt für Tabak- und Nikotinprodukte kommt der Konsumentenaufklärung eine wachsende Bedeutung zu. Die Entwicklung von neuartigen Erzeugnissen mit und ohne Tabak ermöglicht dem individuellen Verbraucher einen potenziell risikoreduzierten Nikotinkonsum und kann damit auf Ebene der Gesamtbevölkerung erheblich zur Schadensminimierung beitragen. Die nächste Bundesregierung sollte diese innovativen Produkte als Chance und nicht als Bedrohung begreifen. Bei der Weiterentwicklung des Regulierungsrahmens für diese Erzeugnisse sollte die Bundesregierung – nicht zuletzt auch auf EU-Ebene – eine aktive und fortschrittliche Rolle einnehmen. Hier erwarten wir ein klares Bekenntnis, dass verantwortungsvolle kommerzielle Kommunikation eine bedeutende Funktion hat, um die verbreitete Unwissenheit und Fehlvorstellungen in der Bevölkerung über diese weniger schädlichen Alternativen zu korrigieren und die Etablierung dieser Produkte am Markt zu unterstützen.

Stand: Februar 2021

Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse e.V. (BVTE)

Unter den Linden 42
10117 Berlin
Telefon 030 814593650
Telefax 030 814593651
www.bvte.de
info@bvte.de