Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm)

Der bvdm vertritt die Interessen und Positionen der deutschen Druckindustrie gegenüber Politik, Gewerkschaften und Zulieferern.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die COVID-19-bedingten Einschränkungen haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Sparten der Druck- und Medienwirtschaft. Segmente wie Etiketten- und Verpackungsdruck, Gebrauchsanleitungen u.a. für technische Geräte oder das Privatkundengeschäft mit Fotobüchern oder Textilien laufen gut bis sehr gut. Die Auflagen zahlreicher Magazine, insbesondere Special Interests sowie Wissenschaftspublikationen sind durch ein verändertes Leseverhalten gestiegen. Dagegen gibt es einen leichten Rückgang im Buchmarkt. Harte Einbußen verzeichnen Druckereien, deren Kunden von den Einschränkungen besonders betroffen sind – also Kunst, Kultur, Messen, Gastronomie, Veranstalter oder Einzelhandel.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Werbefreiheit ist ein wichtiges Gut der sozialen Marktwirtschaft und spezielle Ausprägung der grundgesetzlich verbrieften Eigentumsfreiheit. Gleichzeitig ist Werbung ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor der Druck- und Medienwirtschaft und ihrer Arbeitsplätze. Für Handel und Verbraucher hat insbesondere gedruckte Werbung höchsten Stellenwert – oft ist sie die einzige Möglichkeit, Angebote zu präsentieren und Orientierung im Markt zu erhalten. Der bvdm fordert daher Werbefreiheit für alle legalen Produkte und Dienstleistungen.
Weiterhin fordert der bvdm den Fortbestand des Opt-out-Systems für Hauswurfsendungen. Bereits vor über 30 Jahren hat der BGH das bestehende Opt-out-System ausdrücklich als zulässig anerkannt und zur Begründung ausgeführt, „dass Werbung durch Einwurf von Handzetteln in die Briefkästen potenzieller Kunden grundsätzlich rechtlich nicht beanstandet werden kann. Sie dient nicht zuletzt dem Interesse der Verbraucher, über das Leistungsangebot des werbenden Unternehmens einen Überblick zu erhalten. Schon deshalb kann nicht von vornherein angenommen werden, der Umworbene lehne diese Art der Werbung ab.“
Große US-Digitalunternehmen müssen in Deutschland in einem angemessenen Umfang steuerlich belangt werden. Nur auf diese Weise können das steuerliche Ungleichgewicht und die Wettbewerbsverzerrungen zwischen nationalen KMU und großen multinationalen Techunternehmen, die als digitale Gatekeeper fungieren, reduziert werden. Daher muss die Bundesregierung die von der EU-Kommission vorgeschlagene Digitalabgabe unterstützen und ihre frühzeitige Umsetzung vorantreiben – insbesondere, wenn im Laufe des Jahres 2021 auf OECD-Ebene kein Kompromiss bezüglich einer globalen Digitalsteuer erzielt werden sollte.
Die überwiegend kleinen und mittelständischen Druck- und Medienunternehmen unterstützen grundsätzlich das Ziel der deutschen und europäischen Klimapolitik. Viele politische Forderungen sind jedoch realitätsfern oder populistisch, statt tatsächlich sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen in Unternehmen anzuerkennen.
Der bvdm fordert daher eine evidenzbasierte Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik, die eine verhältnismäßige staatliche Regulierung im Fokus hat und die bei der Definition gesetzlicher Vorgaben das Fachwissen von Unternehmen und Verbänden noch stärker berücksichtigt.

Stand: Februar 2021

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