DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e.V.

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Der DDV ist einer der größten nationalen Zusammenschlüsse von Dialogmarketing-Unternehmen in Europa. Er vertritt Auftraggeber wie Dienstleister gleichermaßen. Wesentliche Aufgaben sind juristische Unterstützung, Lobbying, Networking und Weiterbildung.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Corona hat die Digitalisierung der Kommunikation in der Dialogbranche stark beschleunigt. Gerade während der Pandemie hat die Bedeutung von Dialogmarketing noch einmal deutlich zugenommen, um mit Verbraucherinnen und Verbrauchern in Kontakt zu bleiben. Trotz des Digitalisierungsschubs in der Kommunikation wurden dahinterliegende Prozesse wie die Produktion oder die Vernetzung nicht im gleichen Maße digitalisiert wie die Kommunikation. Wir erwarten 2021 eine weitere nachhaltige digitale Transformation des gesamten Marketing-Ökosystems in der Branche und einen noch stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Unternehmen, die die Customer Journey umfassend digitalisieren und im Rahmen der Customer Experience Mehrwerte durch besondere Erlebnisse verschaffen, werden von einer stärkeren Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden profitieren. Gleichzeitig sehen wir einen Trend hin zu einer deutlich stärkeren Verwendung von Daten, um sämtliche Touchpoints optimal zu nutzen und die Kommunikation weiter zu individualisieren. Auch der Nachhaltigkeitsaspekt wird im Zuge der Digitalisierung und des gestiegenen Verbraucherinteresses künftig stärker von Unternehmen in die Betrachtung der Marketing- und CRM-Aktivitäten einbezogen werden.
Unternehmen, die im Rahmen eines umfassenden Consent-Managements für Transparenz und Kontrolle auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich der Verwendung ihrer Daten sorgen, werden auch nach Corona für die Zukunft sehr gut aufgestellt sein.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Auch 2021 droht der Branche insbesondere im Bereich der elektronischen Kommunikation Gefahr durch die noch immer nicht verabschiedete E-Privacy-Verordnung. Zwar war unter portugiesischer Ratspräsidentschaft am 10. Februar 2021 eine Einigung im Rat erzielt worden, die die Tür zu baldigen Trilogverhandlungen öffnet, doch bleibt (Stand Mitte März 2021) weiter offen, wie die konkreten Inhalte der Verordnung letztlich aussehen werden. Da der europäischen digitalen Medien- und Werbewirtschaft somit auch weiter massive Belastungen durch die E-Privacy-Verordnung drohen, setzt sich der DDV auch weiterhin sehr intensiv für eine umfassende Überarbeitung des Artikels 16 ein mit dem Ziel, klare und angemessene Rahmenbedingungen für Werbung mit Hilfe von elektronischen Nachrichten und durch Telefonanrufe zu schaffen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Forderung des DDV, dass Kommunikation gemeinnütziger Organisationen, soweit sie nicht das Angebot von Waren und Dienstleistungen betrifft, aus dem Anwendungsbereich der E-Privacy-Verordnung ausgenommen bleibt. In den bisherigen Phasen des Gesetzentwurfs für faire Verbraucherverträge sprach sich der DDV deutlich gegen jegliche Form einer Bestätigungslösung beim Zustandekommen telefonisch geschlossener Verträge aus. Stets konnten in der Vergangenheit Vorstöße in diese Richtung – meist über den Bundesrat eingebracht – letztlich abgewehrt werden. Auch in dem vom Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf vom Dezember 2020 war eine zunächst vorgesehene sektorale Bestätigungslösung nicht mehr vorgesehen. Der DDV engagiert sich, (Stand Mitte März 2021) diesen Lobbyerfolg im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu verteidigen.

Stand: Februar 2021

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