Deutscher Brauer-Bund e.V. (DBB)

Der DBB, gegründet 1871, fördert als Spitzenverband der deutschen Brauwirtschaft den wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Erfahrungsaustausch.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
2020 war für die deutsche Brauwirtschaft das schwierigste Jahr seit Gründung der Bundesrepublik. Die von Bund und Ländern verhängten Lockdowns wirkten sich nicht nur direkt auf die wirtschaftliche Situation der Gaststätten, Hotels, Bars, Kneipen und Clubs aus, sondern auch auf die mittelständisch geprägte Brauwirtschaft mit ihren mehr als 1.500 Betrieben. Einer Branchenumfrage des DBB zufolge lag das Absatzminus bei den befragten Brauereien im Durchschnitt bei 19 Prozent, das Umsatzminus bei durchschnittlich 23 Prozent. Brauereien, die besonders stark von der Gastronomie und dem Veranstaltungsgeschäft abhängen, büßten seit Beginn der Krise teilweise mehr als 80 Prozent ihres Umsatzes ein. Selbst ein solider Absatz im Lebensmittelhandel kann die schweren Umsatzverluste in der Gastronomie bei den meisten Unternehmen nicht ansatzweise ausgleichen. Für den Großteil der Brauereien in Deutschland ist die Situation dramatisch, wenn nicht sogar existenzbedrohend.
Viele namhafte Brauereien haben die kommerzielle Kommunikation seit Beginn der Corona-Pandemiedrastisch reduziert und grundlegend verändert. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Kneipen-Lockdowns sind vormals bekannte und beliebte Werbemotive mit biergenießenden Menschen im Freundeskreis nicht mehr opportun. Und gerade die großflächige Werbung im Stadtbild erreicht aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr die Kontaktreichweiten normaler Zeiten.
Sollten die pandemiebedingten Einschränkungen noch weit in das Jahr 2021 hineinreichen oder sogar wieder verschärft werden, hätte dies abermals massive Auswirkungen auf die deutsche Brauwirtschaft und somit auch auf deren Werbeaktivitäten.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Die deutschen Brauer fordern Kontinuität. Die neue Bundesregierung sollte den Kurs der Vorjahre fortsetzen und eine Politik mit Augenmaß betreiben. Ging es um Prävention, hat Deutschland die nicht selten in Brüssel angestoßenen Diskussionen über Strafsteuern, Warnhinweise und weitere Werbeverbote bisher kritisch kommentiert und die auf bestimmte Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche zugeschnittene Aufklärungsarbeit in den Vordergrund gestellt. Aus guten Gründen, denn Prävention wirkt, wie viele unabhängige Studien belegen. So gehen der Konsum und Missbrauch alkoholischer Getränke bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland seit Jahren deutlich zurück.
Gleichzeitig sollte auch in Zukunft der Ansatz der Alkoholwirtschaft und von deren Werbepartnern unterstützt werden, der auf die konsequente Einhaltung der Werberegeln, die Beibehaltung des erfolgreichen Selbstregulierungssystems der Werbung sowie die Fortführung des Beitrags zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs ausgerichtet ist. Die deutschen Brauer werden auch weiterhin wirksame Präventionsstrategien umsetzen, die auf die Selbstverantwortung und Selbstbestimmung der Menschen setzen und gleichzeitig der gesellschaftlichen und politischen Verantwortung gerecht werden.
Gemeinsames Ziel von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft muss es bleiben, bestehende Vollzugsdefizite bei der Kontrolle und Durchsetzung geltender Vorschriften zu beseitigen. Ein zentraler Punkt ist das Abgabealter: Hier darf es beim Jugendschutz keine Kompromisse geben, weder im Handel noch in der Gastronomie.

Stand: Februar 2021

Die deutschen Brauer
Deutscher Brauer-Bund e.V.  (DBB)

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