Der Deutsche Weinfonds (DWF), AdöR

Deutscher Weinfonds Logo

Der DWF vertritt die Interessen aller Erzeuger und Abfüller deutscher Weine durch wettbewerbsneutrale Maßnahmen zur Qualitäts- und Absatzförderung weltweit.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Während der Corona-Krise war auch die Weinwirtschaft gezwungen, sich ganz neue Wege der kommerziellen Kommunikation zu erschließen bzw. diese zu intensivieren. Mit eigenen Online-Shops, vermehrter Direktansprache von Weinkunden mit dem Angebot des kostenlosen Weinversands, Online-Weinproben und vermehrten Social Media-Aktivitäten konnte die Branche so einen Teil der Absatzverluste ausgleichen, die sich durch die Schließung der Gastronomie, Absage von Weinfesten und Weinpräsentationen etc. ergaben. Unterstützt wurde dies seitens der Wein-Marketingorganisationen durch virtuelle Weinpräsentationen, begleitende Print- und Onlinewerbung sowie Hörfunkspots. Dies wird auch 2021 unter Berücksichtigung der Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke fortgesetzt.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Im Zusammenhang mit den Corona-Einschränkungen und den dadurch erhöhten Absatzzahlen im Lebensmitteleinzelhandel, der in erster Linie aus der Verlagerung des Außer-Haus-Konsums in den privaten Bereich resultiert, wurden und werden die Rufe nach Werbeverboten für alkoholische Getränke wieder lauter. Man geht automatisch davon aus, dass die coronabedingten sozialen Defizite durch Wein kompensiert wurden, was neuere Untersuchungen allerdings nicht bestätigt haben.
Die deutsche Weinwirtschaft steht für verantwortungsvolle Werbung. So hat sich die europäische Weinbranche in Anlehnung an die Verhaltensregeln des Deutschen Werberates mit den Europäischen Kommunikationsstandards für Wein eigene Regeln für die kommerzielle Kommunikation gegeben. Wein ist rechtlich gesehen ein Lebensmittel und unterliegt dem Lebensmittelrecht. Wein ist – moderat genossen – nicht gesundheitsschädigend, sondern hat – bei bestimmten Krankheiten – sogar nachgewiesenermaßen einen positiven Effekt. Wichtig ist daher, vor einem missbräuchlichen oder riskanten Konsum zu warnen, nicht aber über Werbeeinschränkungen zu versuchen, den Weinkonsum zu senken. Der Weinkonsum in Deutschland ist über lange Jahre sehr stabil und war und ist auch nicht die Ursache für gesellschaftliche Phänomene, wie z.B. das Binge-Drinking.
Kritisch sieht die Branche auch verpflichtende Warnhinweise auf Weinetiketten, da sie nicht diejenigen, die Wein in schädlicher Art und Weise konsumieren, erreichen bzw. von ihnen ignoriert werden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung geht verantwortungsbewusst mit dem Konsum von Wein um. Zudem führt eine Überladung von Labels mit zu vielen Informationen eher dazu, dass sie vom Konsumenten nicht mehr wahrgenommen werden.

Stand: Februar 2021

Deutscher Weinfonds, AdöR

Platz des Weines 2
55294 Bodenheim
Telefon 06135 93 23 0
Telefax 06135 9323110
www.deutscheweine.de
info@deutscheweine.de