Fachverband Aussenwerbung e.V.

Ziel des Fachverbands Aussenwerbung ist es, die Außenwerbung zügig als modernes, wettbewerbsfähiges und intermedial vergleichbares Basismedium zu positionieren.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Mobilität von Menschen ist das Lebenselexir der Außenwerbung. Konsumenten, Rezipienten, Zielgruppen, die Innenstädte bevölkern, durch Fußgängerzonen fluten, in die Metropolen pendeln und shoppen bilden die Kontakte, die durch Out of Home erreicht werden. Mobilität in Zeiten von Lockdowns ist asynchron: Viele Menschen arbeiten im Home-Office, pendeln selten in die Büroviertel, ziehen ihren PKW dem öffentlichen Nahverkehr vor, shoppen im Supermarkt um die Ecke und flanieren durch die Freizeitanlagen. Aber sie sind nicht weg. Die Mobilität verändert sich. Deshalb haben 2020 viele Werbekunden kurzfristiger und geografisch anders geplant als vor der Pandemie. Aber sie haben den Werbekanal OOH für ihre Kommunikation genutzt. Viele Kampagnen rund um Gesundheit, Vorsorge, Vorbeugung waren auf Plakaten und digitalen Screens zu sehen, Supermärkte und FMCG waren die Spender, die zugelegt haben, ebenso wie die regionalen und lokalen Kunden, die den Impact von Außenwerbung unmittelbar erfahren.
Das Jahr 2021 hat so begonnen, wie das letzte aufgehört hat – im Lockdown. Zu spüren ist bei Konsumenten und Werbungtreibenden eine gewisse Ungeduld: Sie wollen ihre Mobilität zurück, das unbeschwerte Unterwegssein, das Einkaufen, Ausgehen und das Besuchen kultureller Veranstaltungen. Das zeigt die Trendanalyse des Fachverbands Aussenwerbung aus dem Januar 2021. Der öffentliche Raum ist attraktiv wie lange nicht mehr; die Wertschätzung für Out of Home ist evident. Daher ist die Perspektive der Gattung grundsätzlich positiv. Bleibt die Frage, wann das öffentliche Leben wieder ungehindert pulsieren kann.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Weitergehenden Werbeverboten ist eine Absage zu erteilen. Es bestehen umfassende und ausreichende Rechtsgrundlagen, beispielsweise zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Werbung für gesundheitsgefährdende Produkte. Das Recht von Unternehmen auf kommerzielle Kommunikation im öffentlichen Raum ist grundsätzlich ein zu schützendes Gut. Das gilt in besonderem Maße für die Außenwerbung als das einzig verbliebene Massenmedium. Sie ist frei von jeglicher Zugangsvoraussetzung wahrnehmbar und braucht für das Targeting auch keine Cookies. Umso weniger darf sie
zensiert, ideologisch beschnitten oder als unliebsam unterdrückt werden. Eine demokratische Gesellschaft muss es aushalten können, wenn Werbung manchmal schrill, bunt und plakativ daherkommt, Aufmerksamkeit erregt, polarisiert und Produkte oder Dienstleistungen weithin sichtbar bewirbt. Dabei sind sich die Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst, Werbung sensibel und mit Rücksicht auf ­spezifische Gegebenheiten zu verorten. Die Selbstregulierung von Werbung, wie sie der Deutsche Werberat bewährt organisiert, sollte auch in Zukunft das Mittel der Wahl sein, um Werbung im öffentlichen Raum zu bewerten.

Stand: Februar 2021

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