Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA e.V.

Der GWA spricht für die Agenturbranche gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Agenturbranche kommt bisher mit einem blauen Auge aus der Corona-Pandemie. So verzeichneten die GWA Agenturen 2020 insgesamt einen Umsatzrückgang von lediglich 1,3 Prozent. Dabei gibt es teilweise starke Unterschiede zwischen den Agenturen. Während knapp 60 Prozent der Agenturen 2020 Umsatzrückgänge verbuchten, konnten fast 40 Prozent der Befragten Zuwächse generieren. Die Renditen stiegen erstmals seit vier Jahren wieder leicht an. In der Personalstruktur schlug sich die Entwicklung bei 43 Prozent der Agenturen mit weniger festangestellten Mitarbeiter*innen nieder. Knapp ein Drittel der befragten Agenturen haben aktuell mehr Festangestellte als im Vorjahr.
Kostensenkungsprogramme und Kurzarbeit setzen im Frühjahr 2021 noch etwa ein Drittel der Agenturen zur Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Krise um. Knapp 30 Prozent investiert aktuell in die Verbesserung ihrer Angebote. Homeoffice oder Remote Work praktizieren über drei Viertel der Agenturen. Die meisten sehen dadurch keine Probleme bei den Arbeitsprozessen, auch nicht in der Kreation.
Optimistischer blickt die Branche auf das laufende Jahr: knapp zwei Drittel rechnet mit Umsatzsteigerungen und nur noch 20 Prozent mit einem Umsatzminus. Gestützt werden diese Aussichten von einer hohen Planungssicherheit, denn 56 Prozent der Umsätze für 2021 waren im März bereits vertraglich zugesichert.
Wachstumstreiber Nummer eins war im vergangenen Jahr die Online-Kommunikation. Für knapp zwei Drittel der Agenturen – und damit rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr – gehört sie zu den stärksten Wachstumsbereichen. Unter den Auftraggebern hat neben der Finanz- und Pharma-/Healthcare-Branche vor allem der staatliche Sektor deutlich an Bedeutung gewonnen. Die größten Wachstumshemmnisse sehen die Befragten in der schwächelnden Konjunktur und im Fachkräftemangel.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Um den veränderten Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt gerade mit Blick auf Homeoffice und mobiles, agiles Arbeiten gerecht zu werden, setzen wir uns einerseits für eine Praxis-kompatible Rechtssicherheit beim Thema Homeoffice ein. Außerdem ist eine Flexibilisierung der deutschen Arbeitszeitgesetze notwendig. Statt immer noch starr auf den Acht-Stunden-Tage zu rekurrieren sollte nach unserer Überzeugung auch in Deutschland endlich die entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt werden, die stattdessen eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden vorsieht.

Stand: Februar 2021

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