Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft e.V. (GWW)

Der GWW e.V. ist das Sprachrohr der Werbeartikelbranche gegenüber Politik, Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit. Der Gesamtverband setzt sich dafür ein, die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen zu bündeln, aktiv zu fördern und zu kommunizieren.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Werbeartikel-Wirtschaft wurde durch die Corona-Pandemie hart getroffen: Messen, Tagungen, Sportveranstaltungen oder Events konnten nicht stattfinden, der persönliche Kontakt zum Kunden wurde minimiert. Entsprechend gering fielen die Übergabemöglichkeiten, Touchpoints für haptische Werbung, aus.
In der Folge brach das konstant positive Umsatzwachstum – mit einem Branchenumsatz von 3,65 Milliarden Euro in 2019 – um mehr als 20 Prozent ein: 2020 konnte die deutsche Werbeartikel-Wirtschaft nur ein Umsatzvolumen von 2,90 Milliarden Euro verbuchen. Die Corona-Pandemie hatte somit stärkere Auswirkungen auf die Branche als die Finanzkrise 2008/2009.
Die 2020 gemeinsam mit dem der Kölner Universität angeschlossenen Institut für Handelsforschung (IFH) durchgeführten Unternehmensbefragungen zur Geschäftsentwicklung machten deutlich, dass über 90 Prozent aller Befragten einen Einbruch im Auftragseingang zu verzeichnen hatten. Die Unternehmen der Werbeartikel-Wirtschaft haben dynamisch und kreativ ihr Geschäftsmodell angepasst. Über den Verkauf von Hygieneartikeln wie Mund-Nasen-Masken, Desinfektionsmitteln und Produkten zur Corona-Prävention konnten die Verluste zwar minimiert werden, doch mussten zahlreiche Betriebe trotz dieser Maßnahmen auf Kurzarbeit umstellen und mitunter sogar Mitarbeiter entlassen.
Ob sich die Branche mittelfristig von den negativen ökonomischen Effekten der Corona-Krise erholen kann, ist fraglich, denn die tatsächlichen Auswirkungen sind durch die Verlängerung des Lockdowns und die Fortdauer der Pandemie weiterhin nicht valide zu erfassen.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Wie belastbare repräsentative Studien belegen, zählt der Werbeartikel zu einer hocheffizienten Werbeform. Der GWW setzt sich aktiv dafür ein, die steuerliche Diskriminierung von Werbeartikeln zu beseitigen. Im Zentrum dieser Mission steht die Anerkennung des Werbeartikel-Einsatzes als Betriebsausgabe und damit die Gleichbehandlung mit anderen Werbeformen. Speziell die Dokumentationspflicht für Werbeartikel ab 10 Euro sorgt für erheblichen bürokratischen Aufwand bei den werbenden Unternehmen. Der GWW – als Branchenexperte und Know-how-Träger – unterstützt den Reformvorschlag des Instituts Finanzen und Steuern (ifst) einer objektbezogenen Freigrenze, der die Benachteiligung der haptischen Werbung abmildern, die Finanzämter entlasten, Bürokratie ­signifikant abbauen und dank einer zu erwartenden Steigerung der Werbeaktivitäten letztlich auch zu erhöhtem Steueraufkommen führen würde.

Stand: Februar 2021

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