Handelsverband Deutschland - HDE e.V.

Der HDE ist die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels und vertritt die Interessen der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Coronakrise führt im Einzelhandel zu einer deutlichen Zweiteilung. Gut laufen die Geschäfte vor allem im Online-Handel und im Lebensmittelbereich. Um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen dagegen zahlreiche Innenstadthändler, die unter den Lockdowns und zurückgehenden Kundenzahlen in der Zeit dazwischen leiden. Die Werbebudgets werden sich wohl dementsprechend der Entwicklung der Branche anpassen. Insbesondere im Bereich Modehandel sind die finanziellen Mittel derzeit in vielen Fällen aufgebraucht. Auf der anderen Seite könnte der Werbebedarf angesichts voller Textillager nach einem Lockdown im Modehandel extrem schnell steigen, um die Saison-Ware schnell abzuverkaufen.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Werbeverbote greifen in die verfassungsrechtlich geschützte Grundrechtspositionen des Einzelhandels (Art. 5 Abs. 1 und Art. 12. Abs. 1 GG) ein. Sie beschränken den Wettbewerb und passen daher nicht in unsere freiheitliche Marktordnung. Die kommerzielle Kommunikation darf deshalb nur in begründeten Ausnahmefällen eingeschränkt werden, soweit ein überwiegendes Interesse am Schutz kollidierender Grundrechte besteht. Dies ist bei Werbeverboten in Bezug auf Konsumgüter und Lebensmittel regelmäßig nicht der Fall. Wir erwarten daher von der Bundesregierung, dass auf entsprechende Maßnahmen verzichtet wird, um die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit unserer Wirtschaftsordnung zu gewährleisten

Stand: Februar 2021

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