Markenverband e.V.

Seit 1903 ist der Markenverband die Stimme der Markenwirtschaft in Deutschland und vertritt eine klare ordnungspolitische Linie gegenüber der Politik in Berlin und Brüssel.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Die Markenunternehmen sind je nach ihrer Branchenzugehörigkeit und krisenbedingter Sortimentsrelevanz unterschiedlich von der Corona-Pandemie betroffen. Da insgesamt die negativen Entwicklungen überwiegen, sind auch die Kommunikationsausgaben in ihrer Gesamtheit gesunken – und zeigen zugleich eine Verlagerung in Richtung digitaler Medien.
Die 2020 erfolgten Einbrüche im Werbevolumen werden sich aller Voraussicht nach auch im Jahr 2021 nicht ausgleichen lassen, mit negativen Konsequenzen für die Wirtschaft. Parallel ist festzustellen, dass der Regulierungsdruck auf die kommerzielle Kommunikation von politischer Seite nicht nachgelassen hat und dies auch für 2021 nicht absehbar ist. Das betrifft die immer weiter zunehmende Beschneidung der Kommunikationsfreiheit von Unternehmen und Marken genauso, wie starre Datenschutzregeln und die Einschränkung der Werbefreiheit in Onlinemedien. Hier setzt sich der Markenverband mit seiner Expertise dafür ein, dass die Politik im Sinne der Kommunikationsfreiheit für Marken und Unternehmen entscheidet.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Die neue Bundesregierung muss die zunehmende Bevormundung der Bürger durch Werbeverbote stoppen und stattdessen die Verbraucherkompetenz entscheidungsstärkend fördern. Zukunftsorientierte Politik erkennt, wie elementar Werbung für den Wettbewerb ist und für die Präferenzbildung bei jedem informierten, selbstbestimmten Verbraucher. Insbesondere Innovationen und junge Unternehmen haben nur dann Markterfolge, wenn ihre Vorzüge den Verbrauchern auch bekannt gemacht werden können.
Unsere Erwartung an die zukünftige Bundesregierung ist, dass sie sich dazu bekennt kommerzielle Kommunikation als notwendiges Element von unverfälschtem Wettbewerb sicherzustellen, wobei die Selbstregulierung Vorrang gegenüber immer neuer Gesetzgebung hat. Dazu gehört, dass die Kommunikation für legale Produkte weder auf nationaler noch auf kommunaler Ebene durch produkt- oder zielgruppenbezogene Werbebeschränkungen eingeschränkt wird, die das Ziel haben Produkte,
Hersteller oder Verbraucher zu stigmatisieren.
Ebenso darf der Zugang zu großen und wichtigen Bevölkerungsgruppen, die weitestgehend nur über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erreicht werden können, nicht durch weitere Werbe- und Sponsoringverbote abgeschnitten werden.
Zukunftsweisend muss die Weiterentwicklung der digitalen Kommunikation konsequent gestärkt werden. Da effektive digitale Geschäftsmodelle auf Daten basieren, müssen Datenschutzregelungen den Bürger vor Missbrauch schützen aber gleichzeitig die berechtigten Interessen der Wirtschaft berücksichtigt werden. Dies bedeutet u.a. eine Vermachtung der Märkte durch Globale Player zu verhindern und den Zugang zu relevanten Daten zu ermöglichen. Nur so lässt sich erreichen, dass Markenunternehmen kommunikativen Zugang zu den Konsumenten behalten und dieser nicht von monopolisierenden Techgiganten kontrolliert wird.

Stand: Februar 2021

Markenverband e.V.

Unter den Linden 42
10117 Berlin
Telefon 030 2061680
Telefax 030 206168777
www.markenverband.de
info@markenverband.de