VAUNET – Verband Privater Medien e. V.

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VAUNET ist der Spitzenverband der privaten audiovisuellen Medien in Deutschland und vertritt deren Interessen.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
Der VAUNET – Verband Privater Medien e.V. repräsentiert ca. 150 Unternehmen aus den Bereichen Fernsehen, Radio und Online und damit eine Vielfalt an Mediengattungen, großen, mittleren und kleineren, werbe- und abo-finanzierten Medienunternehmen.
Sie sind Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland und haben nicht nur in der Corona-Krise ihre systemrelevante und gesellschaftliche Bedeutung und Leistungsfähigkeit eindrucksvoll bewiesen.
Gleichzeitig waren und sind gerade die werbefinanzierten privaten Medien teils dramatisch von den Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie betroffen. Während die Redaktionen seit Beginn der Krise auf Hochtouren weiterarbeiten und die Kostenseite durch entsprechende Mehrproduktionen steigt, sind Einnahmen aus Werbung gerade in den vom Shutdown betroffenen Segmenten zum Teil dramatisch eingebrochen.
Angesichts des neuerlichen, verschärften und weiterhin andauernden Lockdowns ist die aktuelle Situation für viele werbetreibende Unternehmen und in der Folge natürlich auch für die werbefinanzierten Medien immer noch von großer Unsicherheit geprägt. In der Krise sind gerade auch die kleineren und mittleren Medienunternehmen auf Unterstützungsmaßnahmen zum Ausgleich Coronabedingter Schäden angewiesen. Gleichzeitig kann gerade die Werbung in Radio, Fernsehen und anderen audiovisuellen Medien nach der Krise einen großen Beitrag zum schnellen Wiederhochfahren der Wirtschaft leisten.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Die audiovisuellen Medienanbieter haben wie die gesamte Kultur- und Kreativwirtschaft für die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Vielfalt, aber auch für den Binnenmarkt und die unterschiedlichen Wertschöpfungsketten eine enorme Bedeutung, die erhalten und gefördert werden muss.
Im Fortgang der Corona-Krise wird die neue Bundesregierung ebenso wie die alte gefordert sein, die geleisteten Hilfen und Förderungen für die privaten Medien bedarfsgerecht fortzusetzen und ein Belastungsmoratorium einzuführen. Es braucht Anreizmodelle zur Unterstützung der werbefinanzierten Medien- und Kommunikationswirtschaft. Dazu zählt u.a., den privaten Medien online-basierte Geschäftsmodelle zu ermöglichen, anstatt diese zu verhindern. Das beinhaltet Transparenz und einen fairen Zugang zu wettbewerbsrelevanten Daten globaler Plattformen.
Die Refinanzierung der Medien darf zudem nicht durch kleinteilige Regulierung wie zum Beispiel durch Werbeverbote, Pflichthinweise, übermäßige Verbraucherschutzvorschriften oder Einschränkungen in der Vertragsfreiheit konterkariert werden. Die seit Jahrzehnten bewährte Selbstregulierung durch den Deutschen Werberat muss weiterhin den notwendigen Raum erhalten. Nur so haben die Medien die Chance, in der digitalen Transformation Schritt zu halten, gegenüber marktmächtigen globalen Online-Playern und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wettbewerbsfähig zu bleiben und vielfältige Angebote zu ermöglichen.

Stand: Februar 2021

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