VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V.

Der VDZ vertritt als Dachverband die Interessen von 450 Verlagen und unterstützt die Branche als vernetzte Knowhow-Plattform im Medienwandel.

Bitte skizzieren Sie die Auswirkungen der Corona-Krise auf die kommerzielle Kommunikation Ihrer Branche in 2020 und Ihre Vorausschau diesbezüglich für 2021
In der Pandemie ist die Nachfrage nach vertrauenswürdigen Informationen deutlich gewachsen. Die Bürger suchen nach Absendern, denen sie vertrauen können. Die Zeitschriftenmarken der unabhängigen Presse sind starke Vertrauensanker. Insgesamt erreichen die Zeitschriftenmarken mit ihren 360°-Verbreitungswegen mehr Leserinnen und Leser als vor der Krise. Fachmedien, Publikumstitel und die konfessionelle Presse sind verlässliche und starke Werbeträger – gerade, wenn es um Vertrauensbildung und Markenstabilisierung in und nach Krisen geht. Der Rückgang der Werbeausgaben 2020 betraf natürlich auch die Zeitschriftenbranche. Schwierig ist das Geschäft für Titel in den Branchen, die von Lockdown-Maßnahmen betroffen waren: etwa Hotellerie, Tourismus, Kino oder Sport. Positiv im Werbe- und Lesermarkt entwickeln sich Zeitschriftentitel in den Segmenten rund um die Themen Wohnen, Zuhause, Garten und Natur, Kochen und Genießen, Zerstreuung und Kindermagazine. Gleichzeitig verschiebt sich der digitale Werbemarkt, trotz vieler Datenskandale, rasant zugunsten der monopolistischen Mega-Plattformen, da wirksame wettbewerbsregulatorische Vorgaben von Seiten der EU-Politik zu langsam vorankommen. Auch 2021 wird die Lage in den Verlagen im Hinblick auf die kommerzielle Kommunikation angespannt und herausfordernd bleiben.

Welche zentrale Erwartung oder Forderung haben Sie in puncto kommerzielle Kommunikation an die neue Bundesregierung?
Digitale Werbung auf den Verlagsseiten, die Einwerbung von Abonnenten und das Telefon-Direktmarketing sind wesentliche Lebensadern der Zeitschriftenbranche und eröffnen unternehmerische Chancen im Digitalgeschäft. Redaktionelle Online-Angebote sind zwingend auf den Austausch von Daten mit den Endgeräten der Nutzer angewiesen. Gestaltung und Auslieferung der redaktionellen Inhalte, Schutz der Integrität und Schutz gegen Adblocker, Reichweitenmessung, Werbefinanzierung, Leserwerbung und der Verkauf an digitale Leser sind Existenzbedingungen digitaler Presse, die ohne sogenannte Cookies oder äquivalente Technologien nicht realisiert werden können. Die E-Privacy-Verordnung, die Verkürzung von Abo-Laufzeiten oder die Totalregulierung des Telefonmarketings gefährden die Existenz der unabhängigen Presse. Die Politik muss, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, die maßgeblichen Rahmenbedingungen für alle Verlage so ausgestalten, dass Zeitschriftenmedien Print und Online weiterhin unabhängig publiziert und auskömmlich finanziert werden können.

Stand: Februar 2021

VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V.

Haus der Presse
Markgrafenstraße 15
10969 Berlin
Telefon 030 726298101
Telefax 030 726298103
www.vdz.de
info@vdz.de