Werbewirtschaft verabschiedet neue Verhaltensregeln des Deutschen Werberats: Verstärkter Schutz von Unter-14-Jährigen

Werbewirtschaft verabschiedet neue Verhaltensregeln des Deutschen Werberats: Verstärkter Schutz von Unter-14-Jährigen

Am 12. April hat der ZAW die überarbeitete Fassung der Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel vorgestellt, die am 1. Juni 2021 in Kraft treten wird.

Mit der kontinuierlichen Überarbeitung des Werbekodex trägt der Deutsche Werberat gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung und verbessert den Schutz von Minderjährigen unter 14 Jahren. Die Verhaltensregeln gelten medienübergreifend, also z.B. für Werbung in TV, Radio, auf Plakaten und in Zeitschriften, für Internet- und Social-Media Werbung, Kooperationen mit Influencern, in sozialen Netzwerken sowie für Werbung auf Video-Plattformen. Mit der Selbstverpflichtung gehen Hersteller, Handel, Agenturen und Medien deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Die neuen Vorgaben für die Lebensmittelwerbung sind beim Schutzniveau für Kinder und Jugendliche in der europäischen Spitzengruppe. Die neuen Verhaltensregeln finden Sie hier.

Die von Kampagnenorganisationen geäußerten Forderungen nach einem Verbot von Lebensmittelwerbung gegenüber Kindern weist der ZAW zurück. Die vorgebrachten Argumente vermitteln den unzutreffenden Eindruck, das Problem von Übergewicht und Adipositas bei Kindern durch Werbeverbote lösen zu können. Multikausalität und die Verantwortung von Eltern werden ausgeklammert. Auch Erfahrungen im Ausland zeigen deutlich, dass die Einführung von Werbeverboten nicht zu weniger Übergewicht geführt hat.

Mit den neuen Verhaltensregeln übernimmt die Werbewirtschaft aktiv Verantwortung und trägt ihren Anteil im Umgang mit der gesellschaftlichen Herausforderung Adipositas bei. Denn Selbstverpflichtung, die auf eine angemessen inhaltliche Ausgestaltung von Werbemaßnahmen abzielt, ist zielführender im Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen als generelle Werbeverbote. Wer letztere fordert, unterschätzt Kinder und nimmt ihnen die Möglichkeit, den im Erwachsenenalter notwendigen reflektierten Umgang mit Werbung zu erlernen.