11. Juni 2024:
Diskussionsrunde zur Umsetzung der KI-Regulierung in Deutschland

Nach langen und intensiven Verhandlungen hat die Europäische Union die KI-Verordnung auf den Weg gebracht. Zahlreiche Fragen müssen noch auf nationaler und europäischer Ebene geklärt werden, um eine innovationsfreundliche und rechtssichere Umsetzung zu gewährleisten. Hier geht es insbesondere um die Ausgestaltung der Behördenstrukturen, die Konkretisierung der regulatorischen Anforderungen und die sinnvolle Verknüpfung mit bereits bestehenden Regelungen. Denn nur wenn der Rechtsrahmen den Unternehmen auch genügend Freiräume ermöglicht, werden sich Deutschland und Europa im Bereich KI neben den USA und China behaupten können.

Vor diesem Hintergrund werden führende deutsche Wirtschaftsverbände ihre wichtigsten Forderungen für eine innovationsfreundliche und rechtssichere Umsetzung vorstellen. Wir laden Sie herzlich im Namen der teilnehmenden Verbände zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde ein, um mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Bundestages darüber zu diskutieren.

Unsere Veranstaltung findet statt
am Dienstag, den 11. Juni 2024 von 12.00 bis 14.00 Uhr
Ort: Bundesverband deutscher Banken, Burgstraße 28, 10178 Berlin

Programm:

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung, möglichst bis zum 1. Juni 2024
Zur Anmeldung hier klicken

29. Mai 2024:
ZAW-Plenum der Werbung 2024: Mehr Marktwirtschaft wagen. Wirtschaftspolitik „Made in Germany“ für Europa.

Der ZAW lädt herzlich zum Plenum der Werbung 2024 ein:

Die Europäische Union steht für Frieden, Stabilität und demokratisch-rechtsstaatliche Werte – und für weitreichende Kompetenzen in der Wirtschaftspolitik. Wie geht es hier weiter? Mit „Regulatory Superpower“ bis ins Detail oder berechenbaren Vorgaben, die Verantwortung und Freiheit produktiv ausbalancieren? Mehr Marktwirtschaft oder Mission Economy? Worauf sollte sich die Gemeinschaft konzentrieren, was will die deutsche Europapolitik bewirken?

Diese Fragen wollen wir beim Plenum´24 diskutieren: Elf Tage vor der Europawahl, während sich die Branche in Multitransformation befindet und Unternehmen in angespannter konjunktureller Lage positive Rahmen- und faire Wettbewerbsbedingungen benötigen, um tragfähige Geschäftsmodelle, Innovationen und (Werbe-) Investitionen zu realisieren. Die Agenden der Politik für die nächsten fünf Jahre europäischer Gesetzgebung sind relevanter denn je: für Unternehmen, Beschäftigung und die Verfassung der Gesellschaft. In Deutschland und Europa.

Es diskutieren:

Emily May Büning
Politische Geschäftsführerin von Bündnis90/Die Grünen

Daniel Caspary, MdEP
Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament

Dr. Marie Agnes Strack-Zimmermann, MdB
Spitzenkandidatin der FDP zur Europawahl und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages

Andreas F. Schubert
Präsident des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft

Moderation: Isabelle Körner, n-tv, RTL

Mittwoch | 29. Mai 2024 | 11.00 – 12.30 Uhr
anschließend Mittagsempfang

Presseöffentliche Präsenzveranstaltung in der Hauptstadt-Repräsentanz von Bertelsmann, Unter den Linden 1, 10117 Berlin

Anmeldung

14. Mai 2024:
Forum Wirtschaft und Verbraucher — „Verbraucherschutz – Wettbewerb – Transformation | Wie gelingt der Ausgleich?“

Der ZAW lädt am 14. Mai 2024 gemeinsam mit dem BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., dem Markenverband e.V. und dem Handelsverband Deutschland e.V. (HDE) ein, im Haus der Commerzbank (Pariser Platz 1, 10117 Berlin) von 15 bis 18.15 Uhr über aktuelle Themen der nationalen und europäischen Verbraucherpolitik diskutieren.

Zum Ende der EU-Legislaturperiode und kurz vor den anstehenden Europawahlen werden wir unter anderem über den Stand der Umsetzung der Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel sprechen und einen Blick auf anstehende verbraucherpolitische Vorhaben auf europäischer und nationaler Ebene werfen. Außerdem werden wir uns mit den Plänen der Koalition zur Novellierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beschäftigen.

Wir freuen uns, dass wir für die Keynote den Bundesminister der Justiz, Dr. Marco Buschmann MdB, gewinnen konnten.

Das Forum Wirtschaft und Verbraucher 2024 wird in Präsenz stattfinden. Bitte melden Sie sich über den Link an. Aufgrund der begrenzten Raumkapazitäten werden die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

Hier finden Sie das komplette Programm.

Werbemarkt 2023 dank digitaler Erlöse im leichten Plus

ZAW-Marktprognose 2023 und Ausblick 2024: Potenzial für Wachstum, Gefahr durch Überregulierung und weitere Wettbewerbsverzerrungen

Die Werbewirtschaft in Deutschland wächst nach der Jahresendprognose des ZAW in 2023 auf 48,87 Mrd. Euro (+1,6 Prozent). Mit diesem vorläufigen Ergebnis lässt die Werbewirtschaft die Corona-Krisenjahre (2020: 44,86 Mrd. Euro; 2021: 47,34 Mrd. Euro) und das erste Kriegsjahr 2022 (48,09 Mrd. Euro) hinter sich und liegt über der Vor-Corona-Zeit (48,33 Mrd. Euro). Die Investitionen in Werbung steigen auf 37,07 Mrd. Euro (+2,5 Prozent), die Netto-Werbeeinnahmen der Medien auf 26,06 Mrd. Euro (+1,4 Prozent). Die endgültigen Daten wird der ZAW zusammen mit der ersten Jahresprognose 2024 im kommenden Frühjahr vorlegen.

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist das überproportionale Wachstum der digitalen Werbung, das bei den vom ZAW erfassten digitalen Werbeträgern mit +5,4 Prozent deutlich über dem Gesamtmarkt (+1,4 Prozent) liegt. Fünf von 16 Werbeträgern schneiden im Vergleich zum Vorjahr schlechter ab, drei halten das Vorjahresniveau, acht Werbeträger – darunter der gesamte Digitalbereich – wachsen. Der Marktanteil der digitalen Werbung steigt auf 48 Prozent (2022: 46 Prozent). Innerhalb der digitalen Angebote wachsen die wenigen Plattformen stark überdurch-schnittlich und prägen das positive Bild des Sektors. Der ZAW und seine Mitglieder blicken besorgt auf die Entwicklung der Werbeträger- und Medienlandschaft in 2024: Im Vergleich zu 2023 eröffnen positive Konjunkturprognosen und Verbesserungen beim Verbrauchervertrauen aufgrund merklicher Lohnsteigerungen Potenziale. Belastungen durch drastische Werbeverbote und Behinderungen des Wettbewerbs im Digitalbereich können Chancen zunichtemachen und ganze Sektoren hart treffen.

Andreas F. Schubert, ZAW-Präsident: „Die Jahresbilanz ist branchenübergreifend zufriedenstellend. Die Widerstandskraft gegenüber dem hohen Kostendruck in 2023 und damit schwierigen Bedingungen für Werbeinvestitionen fällt aber unterschiedlich aus. Die Wettbewerbsfriktionen auf den digitalen Werbewachstumsmärkten wirken sich zudem immer stärker aus. Auch in 2024 wird die wirtschaftliche Gesamtlage angespannt sein. Die mit Werbeinvestitionen von Handel und Herstellern verbundene Rendite für die Gesamtwirtschaft und die Allgemeinheit – Stichwort: stabile Medienfinanzierung – braucht deshalb mehr denn je produktive Rahmenbedingungen: Bürokratieabbau und weniger Dirigismus für die Unternehmen gehören genauso dazu wie das Absehen von überbordenden Werbeverboten. Die ZAW-Trendbefragung belegt dies deutlich.“

Mit Blick auf die zweite große Herausforderung für die Branche betont Schubert: „Gestörte Wettbewerbsbedingungen bei der Digitalwerbung und einseitige Regelsetzungsmacht digitaler Gatekeeper lassen die Schere im Werbeträgermarkt immer weiter aufgehen. Ohne aktives Gegensteuern von Politik und Wettbewerbshütern bewegen wir uns auf Kipppunkte zu“.

Kernaussagen der ZAW-Trendumfrage

  • 50 Prozent der ZAW-Mitglieder befürchten Insolvenzen bei den ihnen angeschlossenen Unternehmen.
  • 67 Prozent erwarten Fusionen aufgrund des hohen wirtschaftlichen Drucks.
  • 72 Prozent sehen ein schlechtes Konsumklima gegeben, 6 Prozent stufen es sogar als sehr schlecht ein.
  • 56 Prozent der ZAW-Mitglieder stufen den Fachkräftemangel als groß bzw. sehr groß ein.
  • Nahezu die Hälfte der ZAW-Mitglieder sehen sich von den aktuellen Werbeverbotsplänen im Lebensmittelbereich sehr stark oder stark bedroht. 39 Prozent sehen hierdurch Arbeitsplätze gefährdet, 44 Prozent sehen die Gefährdung als wahrscheinlich an.
  • 61 Prozent erwarten für das erste Werbehalbjahr ein ähnliches Ergebnis wie 2023, 33 Prozent erwarten eine schwarze Null. Die Stimmungslage unter den ZAW-Mitgliedern bleibt angespannt: Auf die Frage „Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage der Werbewirtschaft – wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich?“ lag der Wert mit 3,2 Punkten auf dem Niveau der Frühjahrsbefragung 2023. Vor allem der Wert von 2,5 Prozent für den politischen Teil der Frage zeigt die große Besorgnis der Branche.

Lebensmittel- und Werbewirtschaft widersprechen Minister Özdemir: breite Ablehnung gegen Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz

34 Verbände der Lebensmittel- und Werbewirtschaft haben unter der Federführung des Lebensmittelverbands Deutschlands und des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erneut gegenüber dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ihre geschlossene, ablehnende Haltung zum aktuellen Referentenentwurf des Kinder-Lebensmittel-Werbegesetzes (KLWG) verdeutlicht. Dem vorausgegangen war die unwahre Behauptung von Bundesminister Cem Özdemir, dass sich „lediglich eine wirklich sehr kleine Gruppe von Leuten mit diesem Regelungsvorschlag schwertut“ (O-Ton Bundesminister Cem Özdemir im Rahmen der Vorstellung des Ernährungsreports 2023 am 13.10.2023).

Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands, kontert: „Es geht in der Werbeverbots-Debatte nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um eine eindeutige Faktenlage. Diese Fakten haben wir uns nicht ausgedacht, sondern sie sind nachzulesen in mehreren Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags sowie in den wissenschaftlichen Bewertungen von Prof. Dr. Martin Burgi und Katharina Schüller. Ebenso haben die Bundesländer sich kritisch geäußert. Wir argumentieren nicht gegen den Schutz von Kindern, wir argumentieren gegen einen Gesetzesentwurf, der so tut, als würde er Kinder schützen wollen. Zielführende Schritte können nur wirklich zielgerichtete Maßnahmen sein, die beim Individuum ansetzen, also Ernährungs- und Medienbildung, Bewegungsförderung und ein vielfältiges Lebensmittelangebot für jeden Bedarf.“

Dr. Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des ZAW, ergänzt: „Der KLWG-Entwurf ist unter allen maßgeblichen Gesichtspunkten nicht tragfähig: die im Koalitionsvertrag vereinbarte Ausrichtung wird deutlich verfehlt, er stuft rund 70 Prozent der Lebensmittel als ungesund ein und verbietet pauschal, auch gegenüber Erwachsenen, ihre Bewerbung. Dies zieht einen irreparablen Schaden in der Medien- und Werbewirtschaft nach sich, da rund 3 Mrd. Euro Werbeeinnahmen fehlen werden, die nicht kompensiert werden können und u.a. die Refinanzierung von Qualitätsjournalismus, Unterhaltung, Kultur und Sport beschädigen. Wirksamkeitsbelege für die Reduktion von kindlichem Übergewicht durch Werbeverbote liefert das BMEL nicht, es gibt sie auch nicht. Hinzu kommt, dass für weite Teile der Vorschläge bereits keine Kompetenzgrundlage besteht und die Regelungen deutlich unverhältnismäßig wären. Eine solche Politik ist für Unternehmen, Medien, Verbraucher und den Gesundheitsschutz nicht anzuraten – erst Recht in der gegenwärtigen Verfassung des Landes.“

Die Kritikpunkte der Verbände im Überblick:

•            Durch die Anlehnung an das WHO-Nährwertprofil-Modell für Europa 2023 (Stand Referentenentwurf vom 28.6.2023) erfasst das KLWG weiterhin schätzungsweise 70 Prozent aller Lebensmittel. 

•            Der Entwurf erfasst dabei nicht nur solche Werbung, die sich an Kinder „richtet“, sondern nahezu jegliche Kommunikationsmaßnahmen in den adressierten Medienformaten.

•            Das KLWG ist wirtschafts- und innovationsfeindlich. Wenn schätzungsweise 70 Prozent der unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben hergestellten und vertriebenen Lebensmittel regierungsseitig auf mehr als fragwürdiger Grundlage und in völlig unverhältnismäßiger Weise pauschal als „ungesund“ abqualifiziert und mit prohibitiven Werbeverboten belegt werden sollen, wird der Kernbestand marktwirtschaftlicher Prinzipien ausgehöhlt.

•            Das BMEL besitzt selbst erklärtermaßen keinerlei Wirksamkeitsbelege für das angestrebte Ziel, mit Werbeverboten eine direkte Wirkung auf gesundheitliche Endpunkte zu erzielen. Dies wurde vom Max Rubner-Institut bestätigt.

•            Dafür werden aber wissenschaftliche Studien, die keine Kausalität zwischen Werbung und kindlichem Übergewicht belegen, als vermeintliche Begründung für eine Wirksamkeit des Gesetzes aufgeführt. Ein genauerer Blick in bestehende Studien bestätigt hingegen, dass die Behauptungen zu den angeblichen negativen Wirkungen von Werbung auf das Ernährungsverhalten und die Übergewichtsprävalenz von Kindern nicht tragfähig sind (siehe Gutachten von Katharina Schüller[1]).

•            Das KLWG ist rechtlich weiterhin nicht tragfähig. Die Rundfunkkommission der Bundesländer sieht keine kompetenzielle Grundlage für den KLWG-Entwurf. Der neu aufgelegte Entwurf ändert zudem an der (zum ersten Entwurf) in einem umfassenden Gutachten von Prof. Dr. Martin Burgi[2] vorgetragenen Kritik substanziell nichts.

Die Verbände der Lebensmittel- und Werbewirtschaft haben ihre Kritik in einem Schreiben an Bundesminister Cem Özdemir noch einmal umfassend dargelegt.

Unterzeichner sind:

Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V.

Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft e. V.

Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V.

Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e. V. (bogk)

Bundesverband der Systemgastronomie e. V.

Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVLH)

Bundesverband Deutscher Wurst- & Schinkenproduzenten e. V.

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)

Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm)

Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V.

Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen e. V.

Bundesverband spezielle Lebensmittel (DIÄTVERBAND) e. V.

DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V.

Deutscher Bauernverband e. V. (DBV)

Deutscher Fleischer-Verband e. V.

Deutsches Tiefkühlinstitut e. V. (dti)

FAW Fachverband Außenwerbung e. V.

Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA e. V.

Kulinaria Deutschland e. V.

Markenverband e. V.

Milchindustrie-Verband e. V.

MVFP Medienverband der freien Presse e. V.

Süßstoff-Verband e. V.

VAUNET – Verband Privater Medien e. V.

Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)

Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS e. V.

Verein der Zuckerindustrie e. V. (VdZ)

Verband Deutscher Großbäckereien e. V.

Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V.

Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V. (WVZ)

Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e. V. (wafg)

Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.


[1] https://www.stat-up.com/post/wissenschaftliches-gutachten-zur-wirkung-von-werbung-auf-die-ern%C3%A4hrung-von-kindern

[2] https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20230426-gesetzesentwurf-zu-werbeverboten-ist-verfassungs-und-europarechtswidrig