Deutscher Datenschutzrat Online-Werbung – DDOW

Seit 2012 stellt der DDOW interessierten Internetnutzern Informationen zu nutzungsbasierter Online-Werbung zur Verfügung und bietet im Rahmen des Präferenzmanagements Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich dieser Werbung.

Als eine freiwillige Einrichtung der digitalen Werbewirtschaft leistet der DDOW Hilfestellung bei Beschwerden und Anfragen zu nutzungsbasierter Online-Werbung (OBA). Bei dieser werden die Nutzungsdaten während des Besuchs einer Internetseite erfasst und ausgewertet. So ist die Auslieferung von zielgruppenspezifischer Werbung möglich. Für die Nutzer ist dies vorteilhaft, weil sich Online-Anzeigen oder -Videos so stärker an relevanten Verbraucherinteressen orientieren, Webseiten- oder App-Anbieter können zudem mit nutzungsbasierter Werbung Inhalte und Services refinanzieren und diese weiten Verbraucherkreisen entgeltfrei anbieten.

DAS ZENTRALE PRÄFERENZMANAGEMENT

Herzstück der Initiative ist das zentrale Präferenzmanagement, über das Nutzer datenbasierte Online-Werbung einschränken oder abschalten können. Mit einem eingeblendeten Piktogramm wird Online-Werbung, die auf der Verwendung von Nutzerdaten beruht, gekennzeichnet und es den Nutzern ermöglicht, ihre Werbe-Präferenzen einfach und konkret zu verwalten: mit dem zentralen Präferenzmanagement unter www.youronlinechoices.com. Hier kann die Aktivierung bzw. Deaktivierung von nutzungsbasierter Online-Werbung in Bezug auf die einzelnen teilnehmenden Unternehmen erfolgen. Ende 2021 boten 84 Unternehmen diese Möglichkeit an.

KOORDINATOR EDAA

Die European Interactive Digital Advertising Alliance (EDAA) ist der Koodinator des europaweit angebotenen Selbstregulierungsprogramms. Sie vergibt nach einer umfangreichen Überprüfung an teilnahmewillige Unternehmen das hierzu notwendige „Trust Seal“, mit dem diese am Programm teilnehmen können. Das Interesse von Unternehmen an einer Teilnahme ist nach wie vor ungebrochen. So erhielten seit Juni 2021elf Unternehmen erstmalig diese Auszeichnung oder erneuerten ihr bereits bestehendes Siegel.

DDOW-BILANZ 2021

Schon 2020 war die Anzahl an Beschwerden und Informationsanfragen zurückgegangen, dieser Trend hat sich 2021 fortgesetzt. Waren es 2018, zur Zeit des Inkrafttretens der Datenschutz- Grundverordnung (DSGVO) noch 213 Informationsanfragen und 214 Beschwerden, so erreichten den DDOW im Jahr 2021 insgesamt nur noch 46 Beschwerden und 70 Informationsanfragen. Nahezu alle eingereichten Beschwerden betrafen den Vorgang der Deaktivierung bzw. Aktivierung von Datenverarbeitung mithilfe des Präferenzmanagements. Diese konnten jedoch, oftmals in Zusammenarbeit mit der EDAA, gelöst werden. Die Informationsanfragen hatten Datenschutzaspekte zum Gegenstand oder ersuchten um Auskunft zu generellen Aspekten der Online-Werbung.

| Stand: März 2022