Prozyklisch oder antizyklisch werben – Analyse der empirischen Studienergebnisse in der Corona-Krise aktueller denn je

Aktueller ZAW-Essay in Zeitschrift transfer erschienen

Konjunkturelle Schwankungen und Rezessionen stellen Unternehmen, Branchen und die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Aufgrund sinkender Nachfrage und damit einhergehender Absatz- und Umsatzrückgänge greifen Unternehmen oft zu Kurzfristmaßnahmen wie der Kürzung ihres Werbebudgets. Die vor der Corona-Krise erfolgte Untersuchung erfährt mit Blick auf die aktuelle Situation besondere Aktualität.

In dem Essay offenbart die umfassende systematische Auswertung der empirischen Forschungsbeiträge, dass Werbeausgaben in Rezessionsphasen oftmals sinken. Und dies, obwohl die Mehrheit der Studien Vorteil und Effektivität dieser kurzfristigen Ausrichtung in Zweifel zieht.

Zugleich zeigt sich, dass Werbung in Rezessions- im Vergleich zu Wachstumsphasen nicht geringer wirkt, sondern effektiver und wertgenerierender ist, also den langfristigen Investitionscharakter von Werbung untermauert und zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führen kann.

Der ZAW appelliert daher angesichts der Corona-Krise an die Unternehmen und Marketingentscheider, Werbung nicht einseitig als Kostenfaktor zu betrachten, sondern im Gegenteil, strategische, langfristige Entscheidungen bezüglich ihrer Unternehmens-Werbung zu treffen, Budgets eben nicht zu kürzen und auf nachhaltige Vorteile im Markt abzuzielen. „Gesundheitsschutz geht vor. Auch wenn weite Teile der Wirtschaft schlagartig eine Vollbremsung vornehmen müssen, sind dennoch weiterhin strategische Entscheidungen zu treffen. Im Interesse von Unternehmen, Marken und des Werbeträgersystems sollte die vorliegende Empirik beachtet werden, um den Neustart des Wirtschaftslebens und damit letztlich auch die Gemeinwohlinteressen zu stärken“, fasst ein Sprecher die aktuelle Situation mit Blick auf die Studienergebnisse zusammen.

Der Essay ist in der aktuellen transfer – Zeitschrift für Kommunikation und Markenmanagement 1/2020 erschienen, http://www.transfer-zeitschrift.net/home/.https://dwg-online.net/download/transfer-zeitschrift-1-2020/

Gemeinsame Erklärung von GWA, OWM, Produzenten Allianz (Sektion Werbung) und ZAW zur Corona-Krise

Gemeinsame Erklärung von GWA, OWM, Produzenten Allianz (Sektion Werbung) und ZAW zur Corona-Krise

  • Werbewirtschaftliche Produktionen aussetzen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen
  • Solidarität zwischen Unternehmen jeder Größe praktizieren, um die Wertschöpfungsketten der Branche für die Zukunft zu erhalten
  • Wirtschaftspolitisches Hilfspaket unmittelbar umsetzen und weitere Maßnahmen startklar machen, um die Liquidität der Unternehmen zu sichern

DFL stellt neues Mitglied im ZAW-Präsidium

Christian Pfennig, Mitglied der Geschäftsleitung DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, folgt im Präsidium des Spitzenverbands der Werbewirtschaft auf Jan Pommer, dem bisherigen Delegierten der VSA – Vereinigung Sportsponsoring-Anbieter, der im Zuge beruflicher Veränderung aus dem ZAW-Gremium ausscheidet.

Christian Pfennig verantwortet als Direktor Unternehmens- und Markenkommunikation, Public Affairs das weltweite Erscheinungsbild der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie der DFL Deutsche Fußball Liga – und darüber hinaus den Bereich der politischen Beziehungen. Zudem ist er Vorsitzender des Stiftungsrats der DFL Stiftung, die sich mit Leuchtturm-projekten vor allem für die Integration und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Andreas F. Schubert, ZAW-Präsident, begrüßt das neue Mitglied: „Wir freuen uns, mit Christian Pfennig einen ausgewiesenen Experten des deutschen Lizenzfußballs, dessen größte Erlösquelle nach der Medienrechteverwertung die Werbung ist, an Bord zu haben.“

Jobangebote der Werbebranche steigen um 11%

Ergebnisse der ZAW-Stellenanalyse 2019

Die Nachfrage nach Werbeexperten ist ungebrochen, wie die Ergebnisse der ZAW-Trendanalyse 2019 zeigen. Während die Agenturen auf konstant hohem Level suchen, verstärkten vor allem die werbenden Unternehmen ihre Personalsuche.

Auf das Konto der Agenturen gehen fast 60% der Stellenausschreibungen. Es dominiert die Suche nach Account Managern und Experten für Marketing und Werbung – also eher kaufmännischen Berufen – bevor mit den Art-Direktoren der erste klassische Werbeberuf im Ranking gelistet ist.

Die Nachfrage der werbenden Unternehmen und Dienstleister ist in 2019 deutlich nach oben geschnellt und zeichnet für 31% der Jobangebote verantwortlich – im Vorjahrszeitraum waren es noch 26%. Gesucht waren vor allem Experten für Marketing und Werbung, Grafiker und Mediendesigner sowie Anzeigenfachleute. Innerhalb der Gruppe der Anzeigenfachleute waren – über die Bereiche Agenturen, Unternehmen und Medien hinweg – in erster Linie SEA-Manager gefragt.

Der Anteil der Medien an den Jobangeboten blieb mit 13% (Vorjahr 12%) nahezu konstant. Sie suchten vor allem Mediaexperten vor Fachleuten aus Marketing und Werbung sowie Anzeigenfachleuten. Bei den Mediaexperten waren die Mediaplaner stark nachgefragt.

„Selbst eine so kreative Branche wie die Werbewirtschaft muss alles versuchen, um Nachwuchs und vor allem digitale Fachkräfte für sich zu gewinnen“, so ZAW-Präsident Andreas F. Schubert.“

Werbeexpertensuche nach Branchen

Mit 4.431 der insgesamt 7.798 Stellenangebote ist die Nachfrage bei den Agenturen weiter hoch und im Vergleich zum Vorjahr um 2% gestiegen. Die werbenden Unternehmen und Dienstleister suchten 2.377 neue Mitarbeiter (+28%), größter Treiber hinter der Suche nach Werbefachleuten: der stationäre Handel. Die Medien verzeichneten ein Plus von rund 13% – hier suchten vor allem die Publikums- und Fachverlage neue Mitarbeiter.

Recruiting-Tools variieren weiter deutlich

Die Recruiting-Tools der drei vom ZAW analysierten Bereiche unterscheiden sich klar bei der Mitarbeitersuche: Während bei den Agenturen die eigene Website und Social-Media-Kanäle eine große Rolle spielen, setzen werbende Unternehmen vorwiegend auf Publishersites und Portale, die Medien auf einen Mix aus eigener Web- sowie Publishersites.

Arbeitslosenquote steigt erstmals seit fünf Jahren

Die Arbeitslosenzahlen im Bereich Werbung und Marketing nahm erstmals seit Jahren zu und stieg um 4,4%. Die Bundesagentur für Arbeit weist 22.508 Arbeitslose für Dezember 2019 aus im Vergleich zu 21.559 Personen im Vorjahresmonat.

Über die ZAW-Stellenanalyse

Die Trendanalyse des ZAW umfasst die Auswertung von Jobangeboten in ausgewählten Medien, auf ausgewählten Websites und Portalen sowie in Sozialen Netzwerken. Sie wird kontinuierlich an die Medien- und Stellen-situation angepasst, daher sind Jahresvergleiche nur bedingt möglich.

Downloads:
Stellenangebote 2019 nach Berufsbereichen
Stellenangebote 2019 nach Gruppen
Grafik Stellenangebote 2009 bis 2019

ICC-Werbe- und Marketingkodex nun auf Deutsch

Die Digitalisierung hat Eingang in die weltweit geltenden Standards für verantwortungsvolle Werbung der Internationalen Handelskammer (ICC) gefunden. Nun liegt der Kodex auch auf Deutsch vor, ebenso wie in vielen anderen Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch.

Influencer, Blogger, Vlogger sind Teil des Kodex, ebenfalls neu aufgenommen wurde die altersgemäße Definition von Kindern und Jugendlichen. Der Kodex wurde von Experten aus allen Bereichen der Wirtschaft 2018 einem umfassenden Relaunch unterzogen und ist die globale Grundlage für die Selbstregulierung der Werbewirtschaft, die mittlerweile in über 42 Ländern fest verankert ist. 

Der ICC-Kodex setzt global geltende Mindeststandards für verantwortungsvolle Werbung und ist ein wichtiges Instrument, um das Vertrauen in Werbung zu stärken. „Für weltweit tätige Unternehmen ist ein globaler Konsens wichtig, da sie auf vielen Märkten gleichzeitig aktiv sind. Die ICC-Regeln geben einen Maßstab für vertrauensvolle Kommunikation mit dem Verbraucher vor, der in China genauso gilt wie in Europa. Zudem ist der Kodex ein wichtiger Referenztext für Gesetzgeber“, sagt Oliver Wieck, Generalsekretär von ICC Germany.

„Die nationalen Selbstregulierungsorganisationen sorgen für eine Einhaltung der Regeln unter Berücksichtigung  der nationalen Gegebenheiten“, so Wieck. Die Verhaltensregeln für die Deutsche Werbewirtschaft fußen wie alle nationalen Verhaltensregeln auf dem erstmals 1937 veröffentlichten ICC-Kodex, sind aber weitaus detaillierter und spezieller auf den deutschen Markt zugeschnitten. „Die deutsche Werbewirtschaft und ihre Selbstkontrolleinrichtung Deutscher Werberat haben die Überarbeitung des Kodex mit Blick auf den nationalen Werbemarkt eng begleitet. Die 10. Auflage berücksichtigt die weiter fortschreitende Digitalisierung und definiert Kinder als 12 Jahre oder jünger, sowie Jugendliche als unter 18-jährige. Dies entspricht den strengen deutschen Vorgaben und trägt der besonderen Schutzbedürftigkeit dieser Altersgruppe Rechnung“, sagt Katja Heintschel von Heinegg, Leiterin des Deutschen Werberats.

Download des deutschen Kodex >>

Zu den anderen Sprachfassungen >>

Zur ICC:
Die Internationale Handelskammer (International Chamber of Commerce ICC) ist die weltweit größte Wirtschaftsorganisation mit einem Netzwerk von sechs Millionen Mitgliedern in mehr als 100 Ländern. Ziele sind die Förderung des internationalen Handels und einer verantwortlichen Unternehmensführung sowie ein globaler Ansatz bei der Regulierung. Die ICC steht dabei für einen einzigartigen Mix aus politischer Interessensvertretung und eigener globaler Standardsetzung, ebenso wie für eine Marktführerschaft bei Dienstleistungen zur Streitbeilegung. Zu den Mitgliedern von ICC Germany gehören Unternehmen, Wirtschaftsverbände sowie Industrie- und Handelskammern.

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Kontakt:

Dr. Katrin Rupprecht
Director
ICC Germany e.V.
Internationale Handelskammer
Wilhelmstr. 43G –  10117 Berlin
Tel: +49 – (0)30 – 200 7363 – 20
Fax: +49 -(0)30 – 200 7363 – 69 
katrin.rupprecht@iccgermany.de
www.iccgermany.de